VORFREUDE

A.E.

Die neue Tanzperformance des Duos ­Wilhelm Groener verhandelt Körperfragen in historischer Kulisse

„A.E.“: Neue Technologien, Tanz und Tierwelt – Foto: Mariola Groener

Als Spielstätte ist das Tieranatomische Theater unweit der Charité eine echte Entdeckung: Der sezierende Blick stellt sich auf den Zuschauerrängen im alten Hörsaal der ehemaligen Tierarzneischule wie von selbst ein. Die Performance „A.E. – Anatomie.Evolution.Anfang.Ende“, die im Rahmen der Berlin Science Week zu sehen ist, dockt in diesem historischen Setting an hochaktuelle Fragen an.

Nicht von ungefähr kitzelt dabei das knappe Kürzel technoide Assoziationen heraus. Wo steht der Mensch im evolutionären Prozess? Wie weit haben die (bio-)technologischen Möglichkeiten das Trans­humane schon vorangetrieben? In dem Raum, wo Anatomie und verschiedene Spezies lange im Fokus standen, breiten Wilhelm Groener nun ein performatives Geflecht aus Tanz, Sound und Sprache aus. „Eine spannende Reibung“, das erwartet das Künstlerduo Mariola Groener und Günther Wilhelm, die Köpfe hinter dem künstlerischen Pseudonym, von diesem Zusammentreffen.

Das Kreativgespann bewegt sich in seinen Stücken mit Vorliebe auf dem Terrain der Abstraktion und der subtil verpackten Botschaften. „A.E.“ als Teil eines Zyklus zur Wirklichkeitsrecherche verspricht also beides zu sein: Ein Spiel mit der Wahrnehmung und Futter für Denkanstöße. ANNETT JAENSCH

6.-9.11., 19 Uhr, Tieranatomisches Theater, Luisenstr. 55/56, Mitte. Mit Oliver Connew, Daniella Eriksson, Rudi Fischerlehner, Mariola Groener, Aya Toraiwa, Günther Wilhelm. Eintritt 12, erm. 8 €