Berliner Museen

Adrian Piper

Wie integer bist du? Andrian Piper zeigt ihre preisgekrönte Arbeit der ­Venedig-Biennale 2015 im Hamburger Bahnhof

Die in Berlin lebende US-amerikanische Konzeptkünstlerin und Philosophin setzt sich schon seit Jahrzehnten mit dem Selbst auseinander:  In autobiografischen früheren Werken thematisierte Adrian Piper, heute 68, unter anderem ihre eigene Rolle in gesellschaftlichen Mustern.

So setzte sie sich mit Rassismus auseinander und zeichnete sich in zwei verschiedenen Selbstporträts einmal mit deutlich ausgeprägteren „negroiden Merkmalen“ („Self-Portrait Exaggerating my ­Negroid Features“ , 1981) und veröffentlichte 1995 ihr Werk „Self-Portrait as a Nice White Lady“, in denen diese in den Hintergrund treten.

Adrian Piper: „The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1“, 2013-15. Ausstellungsansicht Biennale Venedig 2015 Foto: Adrian Piper / Collection Adrian Piper Research Archive Foundation / © APRA Foundation Berlin

Jetzt zeigt der Hamburger Bahnhof erstmals Pipers „The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1–3“.  Piper wurde für ihr e Arbeit mit dem Goldenen Löwen der Venedig-Biennale 2015 ausgezeichnet. Die Nationalgalerie hat es für ihre Sammlung erworben und zeigt es nun in der historischen Halle des Hamburger Bahnhofs. Die Arbeit lädt Besucher ein, am Kunstwerk teilzunehmen. An verschiedenen Tresen können sie Verträge mit sich selbst abschließen: Die Dokuemente sollen die Integrität und Ehrlichkeit der Unterzeichnenden  besiegeln. Im besten Fall regt die Ausstellung dazu an, die eigenen Werte und Einstellungen zu überdenken.

Bis 3.9.: Hamburger Bahnhof, Invalidenstr. 50/51, Tiergarten, Di, Mi, Fr 10–18, Do bis 20 Uhr, Sa/So 11–18 Uhr, 8/ erm. 4 €