Filmfestival

Afrikamera 2018

Seit 2007 lädt der Kulturmanager Alex Moussa Sawadogo im Rahmen seines Filmfestivals Afrikamera dazu ein, den Kontinent mit anderen Augen zu sehen

Kurator Alex Moussa Sawadogo
Foto: privat

Von schmaler Gestalt, übernächtigt, die Stimme dunkel-heiser: Es scheint an die Substanz zu gehen, wenn man, wie Alex Moussa Sawadogo (Foto), künstlerischer Leiter und 2007 Mitbegründer des Filmfestivals Afrikamera, einer der profundesten Kenner des zeitgenössischen Kinos vom afrikanischen Kontinent ist. Bis zu 1.500 Filme sichtet der Kunsthistoriker und Kulturmanager jährlich: Auf seinem Laptop unterwegs in der Welt. Und vor Ort bei Film-Workshops und -festivals, von denen nicht wenige – etwa in Burkina Faso oder Ruanda – von ihm initiiert wurden. Oder wo er wenigstens als Berater, Kurator oder Jurymitglied fungiert.

Sawadogo hat eine Mission: Er will das Bild von Gewalt, Hunger, Rückständigkeit, das der Norden von Afrika pflegt, gerade rücken. Gleichzeitig möchte er vor allem der technikaffinen, global orientierten Generation junger Afrikaner eine Plattform bieten, auf der sie ihre eigenen Geschichten erzählen können. Und die sind meistens überraschend. In „Black Jews“ etwa, einem diesjährigen Beitrag aus dem Senegal/ Frankreich, werden jüdische Gemeinden in Äthiopien und Kamerun porträtiert. In „Sheik Jackson“ (Ägypten) wirft der jähe Tod des US-Popstars einen konservativen Imam völlig aus der Bahn.

Und „Lamb“ (Äthiopien) erzählt vor der Kulisse einer grandiosen Bergwelt von der Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und einem Schaf. Dieser Debütfilm des Regisseurs Yared Zeleke ist übrigens Teil des diesjährigen Afrikamera-Schwerpunktes „Horn of Africa“.

Afrikamera 2018. Aktuelles Kino aus Afrika, Arsenal, Potsdamer Str. 2, Tiergarten, 13.–18.11., www.afrikamera.de