Post - Pop

Algiers

Zwar haben Funkadelic schon 1978 mit „Who says a Funk Band can’t play Rock?“ gegen das Klischee angefunkrockt, aber auch im 21. Jahrhundert gilt es noch als erwähnenswert, wenn schwarze Musiker Rock spielen – und sind Bands wie die zu Vierfünftel schwarzen TV On The Radio im Indierock-Kontext immer noch in einer Minderheit.

Auch Algiers gehören in Zeiten des politischen Rollbacks in den USA zu den Mauerneinreißern. Wobei der Hauptgrund der besonderen Erwähnung nicht in der
Diversität der Bandmitglieder liegt: Algiers würden auch dann für Furore sorgen, wenn sie drei Chinesen mit ‚m Kontrabass wären. Dass aber Franklin James
Fisher, der fantastische, tief im Soul und Gospel geerdete, aber stets Postpunk und Heavy Rock mitdenkende schwarze Sänger und Multiinstrumentalist, und seine weißen, gleichfalls mehrfach instrumentalbegabten Kollegen Ryan Mahan und Lee Tesche eben nicht nur das Miteinander demonstrieren, sondern auch noch aus dem Südstaaten-Melting-Pot und einstigen Rassisten-Hotspot Atlanta kommen, macht ihren furiosen, stilistisch einen weiten Bogen von der Pop Group und Talking Heads bis zu Fela Kuti und Gang Of Four schlagenden Polit-Pop umso explosiver. Demnächst als Vorband von Depeche Mode auf der ganz großen Bühne, hier noch (ein letztes?) Mal in intimem Rahmen zu bestaunen.

 

 

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