VOLKSTHEATER

Ali Baba

Der Hexenberg kombiniert Helden aus verschiedenen Welten: Ali Baba und Philip Marlowe. Das funktioniert

Tote schlafen fest: Samia Chancrin, Vlad Chiriac – Foto: Andreas Krause

Normalerweise inszeniert das Hexenberg-­Ensemble mit seinem ­Stammregisseur Jan Zimmermann nur „Grimmis“, also auf zwei spielfreudige Schauspieler munter runtergebrochene Bearbeitungen von Volksmärchen der Grimm-Brüder. Das hier diesmal ein Märchen aus 1001 Nacht zur Premiere kommt, liegt am ­neuen ­Regisseur: BE-Schauspieler Luca Schaub gibt sein Regiedebüt mit einer ganz eigenen Sicht auf „Ali Baba und die 40 Räuber“ – und nur für Erwachsene.

Und so findet sich das Publikum unversehends am Tatort eines Verbrechens wieder. Ein Massenmord ist geschehen. 40 Männer, die sich in räuberischer Absicht in Ölschläuchen versteckt hatten, sind von ­ei­ner geheimnisvollen Unbekannten ­namens Morgiana ermordet worden. Schaub nimmt dieses Motiv zum Ausgangpunkt, um aus dem orientalischen Märchenklassiker ein Film-Noir-Krimistück zu machen, das mit Rückblenden und Erzählerstimme eine ­atmosphärisch stimmige Hommage an die Schwarze Serie Hollywoods ist.

Das geschieht natürlich nicht ohne fröhliche Einbindung des Publikums durch die gut aufgelegten Spieler Samia Chancrin und Vlad Chiriac.

Als würde Philip Marlowe die Ermittlungen führen, wird die Sklavin Morgiana zur Femme fatale, und mit dem berühmten Passwort „Sesam öffne dich“ öffnet sich nicht der Zugang zum Schatz in der Felsenhöhle, sondern der Vorhang auf den Schatz einer Bühnenwelt, in der alles möglich ist. -ICKE

17., 18., 24., 26., 30., 31.1., 19 Uhr, Glaspalast im Pfefferberg, Schönhauser Allee, Prenzlauer Berg. Regie: Luca Schaub; mit Samia Chancrain; Vlad Chiriac. Eintritt 14, bis 13 J. 7 €