Arbeit

Alice Creischer

Das Programm 2019 in der Galerie Wedding heißt „Soft Solidarity“ und startet mit einer Einzelausstellung der Berliner Künstlerin Alice Creischer zum Thema Arbeit

Arbeit, Arbeit, nichts als Arbeit, Alice Creischer und Galerie Wedding

Die Galerie Wedding wird jetzt von ­einem neuen Kuratorinnenduo geführt: von Solvej Helweg-Ovesen, die den kommunalen Ausstellungsort bereits zuvor mit Bonaventure Soh Bejeng Ndikung geleitet hat, und von Nataša Ilić, die nun die überzeugende Ausstellung „Arbeit, Arbeit, nichts als Arbeit“ der Berliner Künstlerin Alice Creischer ausrichtet.


Im Zentrum steht der Text „Pauschalreise“, den Creischer bereits 1998 schrieb. Er reflektiert das Schicksal von fünf Frauen, die nach einem Lottogewinn „ihre“ Arbeitsstelle aufgegeben und eine Pauschalreise unternommen haben – und sich prompt überflüssig vorkommen. Ausschnitte dieser Überlegungen zum Stellenwert von Arbeit in unserer kapitalistischen Gesellschaft sind an der Wand zu lesen, werden von Collagen kommentiert und zudem aktualisiert durch Videos, die die virtuelle Wertschöpfung der Währung Bitcoin zum Thema haben. Mitten in diesem Szenarium sitzen fünf seltsam kostümierte Puppen, wohl die Frauen der „Pauschalreise“, die über die Veränderungen der Arbeitswelt zu sinnieren scheinen. Eine Ausstellung, die dem Betrachter Arbeit macht. Es lohnt sich. 


Bis 6.4.: Galerie Wedding, Müllerstr. 146/147, Wedding, Di–Sa 12–19 Uhr, Eintritt frei