tech-house

Alle Farben

Mit seinem maximalistischen Sound beweist der Berliner, dass Party nicht immer beliebig klingen muss

Foto: Jannis Döhring

„Sticker On My Suitcase“ heißt das neue Album von Alle Farben – das dritte des Kreuzberger DJs Frans Zimmer, der Mann hinter dem Pseudonym. Wie sich das für eine Erzählung aus der weiten Welt gehört, ist das Album eingerahmt von den Stücken „Arrival“ und „Departure“ und vielen Gaststimmen, etwa vom simbabwisch-britischen Singer-Songwriter Jones Kelvin oder der albanisch-schweizerischen Sängerin Ilira. Letztere besitzt eine vier Oktaven umfassende Stimme. Doch in der Gesamtheit sorgen Zimmers viele Gäste weniger für eindrucksvolle Vielstimmigkeit, sondern eher für einen globalisierten Wohlfühlsound. Zimmer gilt zwar als Deep-House-DJ, doch um allzu subtile Soundtexturen geht es bei ihm seltener. Seins ist eher sehr poppige, elektronische Tanzmusik, hochmelodiös, energetisch und immer eingängig.

Als Alias wählte Zimmer, ein Bewunderer des Malers Friedrich Hundertwasser, übrigens zunächst „Hundert Farben“. Vor seiner Musikkarriere – seinen Durchbruch feierte er 2012 – hatte er sogar ein Kunststudium anvisiert. Bald aber benannte er sich, passend zu seinem maximalistischen Sound, in „Alle Farben“ um. Dass der nicht zwangsläufig quietschbunt und dabei etwas beliebig klingen muss, beweist er mit dem Instrumentaltrack „The Sad Cat“. Der klingt mutig, leicht schief und ziemlich interessant.
Fr 13.12., 20 Uhr, Verti Music Hall, Mercedes-Platz 2, Friedrichshain, VVK ab 39,95 € zzgl. Gebühren; ZITTY verlost 5×2 Tickets: zitty.de/gewinnspiele