Kino

Alles Geld der Welt

Coole Sache, so ganz alleine als 16-Jähriger durchs nächtliche, sommerliche Rom zu flanieren. Blöd nur, wenn böse Menschen mitbekommen, dass es sich bei dem flanierenden US-Amerikaner um John Paul Getty III (Charlie Plummer) handelt. Dessen Großvater: J. Paul Getty (Christopher Plummer), 1973 der wohl reichste Mann der Welt. Der Junior wird entführt.

Alles Geld der Welt - jetzt im Kino
Einer der Entführer und sein Opfer
Foto: Tobis Films

Womit die italienischen Entführer nicht gerechnet haben: Getty Senior ist so ­etwas wie die Inkarnation Onkel Dagoberts, ein extrem geiziger Kauz, der in Hotelzimmern seine Wäsche zum Trocknen aufhängt, um das Geld für den Automaten zu sparen. Und der weigert sich kategorisch, auch nur einen Cent Lösegeld zu berappen, da kann seine Schwiegertochter Gail (Michelle Williams) noch so ­betteln. Einzig Gettys CIA-erfahrenen Mitarbeiter Chace (Mark Wahlberg) bekommt Gail zur Seite gestellt, um mit den Entführern zu verhandeln.

Eine bessere Publicity für Ridley Scotts routinierten Thriller als den Skandal um Kevin Spacey, der wegen ­Anschuldigungen im Zuge der #Me-too-Debatte im Nachhinein aus dem Film herausgeschnitten und durch Christopher Plummer ersetzt wurde, konnte es gar nicht geben. In Erinnerung bleiben viel sommerlicher Schweiß, etwas dramaturgischer Leerlauf und überzeugende Schauspieler.

„All the Money in the World“, USA 2017,  132 Min., R: Ridley Scott, D: Michelle Williams, Mark Wahlberg, Christopher Plummer, Charlie Plummer

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