Kino

Alles ist gut

Ein Klassentreffen, Musik, Alkohol. Janne lernt Martin kennen. Und dann passiert das Unvorstellbare: Martin vergewaltigt sie. Und was tut Janne in den kommenden Tagen? Nichts. Sie versucht, das ­Erlebte zu verdrängen, erzählt weder ihrem Freund noch ihrer Mutter davon. Denn sie will nicht, das diese eineinhalb Minuten hässlicher Sex ihr Leben bestimmen.

„Für mich ist Janne eine Figur, deren ­Eigenschaften ich von einigen Frauen meiner Generation gut kenne. Sie sind ­gebildet, aufgeklärt, gleichberechtigt und, ganz wichtig, unkompliziert. Sie gehören zu den Frauen, für die es außer Frage steht, alles können und erreichen zu dürfen, alles wollen zu sollen, sie empfinden sich in keiner Weise unterdrückt. Sich als schwaches Geschlecht zu sehen, wäre also selbstlimitierend und einfach das Gegenteil ihrer Lebenswirklichkeit in ihrem bürgerlich-liberalen, kinderlosen Umfeld.“ Das sagt Autorin und Regisseurin Eva Trobisch, Jahrgang 1983, über ihre Hauptfigur.

Alles ist Gut
Foito: TrimaF ilm

Geschickt und glaubwürdig legt sie in ­ihrem Langfilmdebüt Figurenkonstellationen an, in denen es vornehmlich um Abhängigkeiten und Macht geht. Und sie schildert mit einer intensiven Beiläufigkeit, wie Janne, die doch so gerne die Kontrolle hat, genau diese allmählich verliert. Im Zentrum: die Burgschauspielerin ­Aenne Schwarz und ihr nuanciertes Spiel. Ein eindrucksvolles Drama, das ­lange nachwirkt.

D 2018, 94 Min., R: Eva Trobisch, D: Aenne Schwarz, Andreas Döhler, Start: 27.9.

Alles gut (2018)