Kino

Alles, was du willst

Alessandro ist ein halbstarker Hallodri. Wenn er nicht gerade die Mutter seines Kumpels Riccardo umgarnt, hängt er mit seinen Freunden auf einer Piazza in Rom rum. Konflikte löst er mit den Fäusten, sein Studium hat er abgebrochen.

Doch dann zwingt ihm sein Vater einen Job auf: Alessandro soll nachmittags auf den dementen Dichter Giorgio aufpassen. Der Job verändert ihn und seine Kumpels. Der Alte lehrt die jungen Tunichtgute, wie nützlich gute Manieren sind und wie vergänglich das Leben. Gleichzeitig beginnen die Vier anhand von Giorgios Leben zu verstehen, dass sie von Bildung am Ende selbst profitieren. „Seit Jahren spielst du Playstation und hast nichts kapiert“, sagt etwa Riccardo zu Tommy, als sie versuchen, Giorgios an die Wand gekritzelte Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg zu entziffern. Der hat nämlich nach Ende des Krieges einen Schatz in der Toskana vergraben.

Alles was du willst

Eine altbekannte Schablone: Hau-drauf-Typ ist gezwungen, Zeit mit gebildetem Alten zu verbringen und wird weich. Trotzdem überrascht Francesco Brunis Regiearbeit, etwa wenn drei Männer in ein Hotelbett kuscheln. Giorgios Demenz sorgt für unfreiwillig komische Momente, die eine Wärme ausstrahlen wie die Farben der Häuser Roms. Und Alessandros wachsendes Interesse für Geschichte und Menschen ist schön anzusehen. Einzig die platten Witze auf Kosten des dicken Leo sind unpassend.

„Tutto quelle che vuoi“, I 2017, 106 Min., R: Francesco Bruni, D: Andrea Carpenzano, Giuliano Montaldo, Start: 5.12.