Kino

Als ich mal groß war

Ein innovativer Ansatz: eine Langzeitbeobachtung gekoppelt mit Spielfilmszenen. Lilly Engel und Philipp Fleischmann (Produktion, Drehbuch, Regie) befragen drei Kinder nach ihren Wünschen fürs Erwachsenenleben, um diese dann in Spielfilmsequenzen nachzustellen. Die beiden Berliner Jungs Lucas und Marius agieren vor der Kamera ebenso voller Esprit wie die Stuttgarterin Renée, Lucas’ beste Freundin.

Als ich mal groß war
Die Berliner Lucas (li.) und Marius
Foto: Pandora Filmverleih

Im Jahr 2014 äußern sich die drei, damals zwischen acht und zehn Jahre alt, über ihre Zukunftswünsche: Feuerwehrmänner wollen die Jungs werden und Renée Modedesignerin. Und schwups erleben wir die drei Schauspieler Constantin von Jascheroff, Sebastian Schwarz und Isabell Polak, wie sie in Visionen die Kids als Erwachsene verkörpern. Das funktioniert in der Umsetzung überraschend gut, auch dank der verspielten Herangehensweise der Schauspielenden.

Vier Jahre später hat sich die Situation der Kinder geändert: Die besten Freunde Lucas und Marius haben sich auseinandergelebt. Alle drei sind erschreckend fest in ihren schulischen Alltag eingespannt, da bleibt nicht viel Platz für Zukunftsträumereien. Mitunter wirkt das wie eine überlange Folge aus der „Sendung mit der Maus“. Was ja nichts Schlechtes ist, und schließlich fängt man auch als Erwachsener unvermittelt an, über eigene Wünsche (und vertane Chancen) zu sinnieren.

D 2019, 82 Min., R: Lilly Engel & Philipp Fleischmann, D: Constantin von Jascheroff, Sebastian Schwarz, Isabell Polak, Start: 28.11.