Jugenddrama

Amelie rennt

Amelie rennt, und zwar anders als Lola. Sie rennt mehr innerlich. Amelie hat Asth­ma, ziemlich übel sogar. 13 Jahre alt, Berlinerin, Scheidungskind, große schwarze Augen, dauermiesdrauf.

Zur Behandlung schicken sie ihre Eltern in die Südtiroler Alpen in ein Sanatorium für Kinder. Doch Amelie kotzt alles an: ihre Krankheit, die nervige Zimmergenossin, die Übungen, die Eltern. Also büxt der der Sturkopf einfach aus, den Berg hoch. Doofe Richtung mit Asthma. Doch zum Glück ist da Bart. Südtiroler, 15 Jahre alt, roter Lockenkopf, Kühehüter.

Da Amelie nicht davon abzubringen ist, die Bergspitze zu erklimmen, begleitet und beschützt er sie. Was gar nicht so einfach ist, wenn man ständig mit Schimpfkanonaden überzogen wird. Unten im Tal startet inzwischen die große Suchaktion.

Trotz Asthma den Berg hoch: Amelie und Bart
Foto: Martin Rattini helios.bz FarbfilmVerleih

Natja Brunckhorst, im Teenageralter berühmt geworden als „Christiane F.“ und seither als Schauspielerin und Drehbuchautorin tätig, hat das wunderbare Skript zu diesem außergewöhnlichen Jugendfilm geschrieben; sie findet in der Besteigung des Berges die passende Metapher für Amelies steten Lebenskampf.

Die beiden großartigen Jungschauspieler Mia Kasalo und Samuel Girardi und die eindrucksvolle Bergkulisse sorgen neben dem verschmitzten Humor dafür, das der Film in seinen besten Momenten parallel zu Amelies Besteigung selbst den Kinoolymp erklimmt: Er wird tatsächlich bigger than life.

D/I 2017, 97 Min., R: Tobias Wiemann, D: Mia Kasalo, Samuel Girardi, Susanne Bormann

Amelie rennt

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