Amerikanische Moderne

Stadt, Land, Flüsse

Potsdam: Das Museum Barberini zeigt „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne “

US-amerikanische Kunst von den abstrakt geprägten 1940er Jahren über Warhol bis zu den zeitgenössischen Blue-Chip-Künstlern ist vielen bekannt. Aber was ist mit den Künstlergenerationen davor? Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es Traditionslinien, die sich mitunter auch bei Arbeiten junger Künstler in Berliner Projekträumen und Galerien wiederfinden. Eines der Hauptsujets ist ausgerechnet die so oft belächelte Landschaftsmalerei. Hier zeigen sich schon ab dem späten 19. Jahrhundert mit Malern wie Albert Pinkham Ryder und John Henry Twachtman Tendenzen zur Abstraktion von Landschaft in organische Farbflächen. Dabei wird das figurative Element meist nicht gänzlich aufgegeben. Ein wundervolles Beispiel hierfür ist Georgia O’Keeffes Meine Hütte, Lake George“ von 1922.

Edward Hopper Anfahrt in eine Stadt, 1946, The Phillips Collection, Washington, D. C.
Edward Hopper, wie man ihn weniger kennt: Anfahrt in eine Stadt, 1946, The Phillips Collection, Washington, D. C.

Besucher haben es in dieser Schau mit großen Namen zu tun: Rothko, Pollock, Hopper, wobei Letzterer mit zwei zentralen Werken vertreten ist. Sie ziehen natürlich Besucher an, Hopper vor allem. Diese Ausstellung hätte sie jedoch gar nicht nötig gehabt. Gerade die Entdeckungen der weniger prominenten Modernen, die in Deutschland fast nie gezeigt werden, machen diese Ausstellung so großartig und zu einem Must-See dieses Sommers. 

PHILIPP KOCH

Bis 3.10.: Museum Barberini, Humboldtstr. 5–6, Potsdam,  Mi–Mo 10–19 Uhr, Do 10–21 Uhr, Di geschlossen, 14 €, erm. 10 €

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