Berliner Künstler

Die Erinnerungen von Ammar al-Beik

Auf Twitter sind seine Fundfotos ein Renner: Nun zeigt al-Beik neue Arbeiten mit Fotografie auch in Neukölln

Er kam im November 2015 als Geflüchteter nach Berlin und trotzt seinem Schicksal mit ungebrochenem Optimismus. Nur so ist zu erklären, dass der syrische Filmemacher und Konzeptkünstler Ammar al-Beik sich seine stoische Lakonie erhalten hat, mit der er in seinen Arbeiten den Lauf der Welt und das Treiben der Menschen verhandelt.

 

Foto: Patricia Sevilla Ciordia 2015
Erinnerungen an Damaskus: Ammar al-Beik, mehrfacher Berlinale-Teilnehmer. Foto: Patricia Sevilla Ciordia 2015, PSCFOTO.net

Sie kann in Fassungslosigkeit umschlagen, über die Brutalität des syrischen Diktators etwa in seinem Kurzfilm „La dolce Syria“, der auf der Berlinale 2015 und 2016 in  der „Rohkunstbau“-Ausstellung im Brandenburger Ros­kow lief. Seine aktuelle Serie „Lost Images“ zeigt ein verlorenes Land: Im Museum Neukölln stellt al-Beik Fotografien aus, die er auf einem Flohmarkt seiner Heimatstadt Damaskus gefunden hat, und ergänzt sie mit Bildern aus seiner eigenen Geschichte, seiner Flucht, die über den Libanon, Dubai, Griechenland nach Berlin führte.
In Wedding hat al-Beik, dessen Frau und Tochter bei Verwandten in Griechenland geblieben sind, inzwischen ein kleines Atelier gemietet.  In seiner Freizeit lernt er Deutsch, was ihm, wie er zugibt, sehr schwer fällt. Dennoch will er unbedingt weitermachen: „Ich liebe diese Sprache.“

Bis 16.4.: Museum Neukölln, Alt-Britz 81, Neukölln, Mo–So 10–18 Uhr, Eintritt frei