Drama

Ana, mon amour

Toma lernt Ana an einer rumänischen Uni kennen, beide studieren Literatur und werden ein Paar. Ana leidet unter Panikattacken. Um sie zu retten, geht Toma an seine Grenzen. Als Ana ihre Ängste überwindet, bleibt Toma allein zurück.

Die Geschichte von Ana und Toma ­beginnt mit einem hysterischen Anfall (nach einem Gespräch über Nietzsche), und endet mit einem Totschlag. Dazwischen vergeht die Zeit wie im Flug, denn Regisseur Calin Peter Netzer springt in „Ana, mon amour“ hin und her zwischen den verschiedenen Stadien dieser Liebe.

Die labile Ana verlangt Toma fast alles ab, so bemerkt er gar nicht, wie sich die Balance zwischen ihnen verschiebt. Ana kommt aus einer Familie mit wechselnden Männern, sie zeigt alle Folgeerscheinungen eines Missbrauchs, meidet dieses Thema aber hartnäckig. Tomas Eltern sind Lehrer, sein Vater ist rechthaberisch, auch die ­Religion spielt eine ­Rolle. So setzt sich allmählich ein Eindruck vom Leben im heutigen Rumänien zusammen. Ana und Toma stehen dabei für die erste ­Generation der Freiheit, und wir sehen, dass die Freiheit im ­Zeichen großer Schwierigkeiten steht.

Ana und ihre Amour
Foto: Real Fiction

Netzer erzählt in der für ihn üblichen Weise mit einer sehr beweglichen Kamera und Montage. Dem lakonischen Realismus des neueren rumänischen Kinos fügt Netzer eine Dimension der Unmittelbarkeit hinzu, ohne dass er auf reflexive Momente (Beichte, Psychoanalyse) verzichten würde.

ROM/F/D 2017, 127 Min., R: Calin Peter Netzer, D: Mircea Postelnicu, Diana Cavalioti, Adrian Titieni, Vasile Muraru

Ana, mon amour

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