Folk

Angel Olsen

Die US-Indiefolk-Songwriterin mit dem Weltschmerz in der Stimme erweitert ihre Bandbreite

Eine mit Weltschmerz belegte Stimme. In viele Richtungen ausholend. Mal kratzbürstig-bratzig beim Libertines-artig drauflospolternden „Shut Up Kiss Me“, mal traumwandlerisch beim Fleetwood Mac zunickenden „Sister“ in einem langen Gitarrensolo vergehend, als kämen die 70er mal kurz um die Ecke.
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Angel Olsen, einst im Backround bei Bonnie „Prince“ Billy beschäftigte und sich mit ihrem dritten Soloalbum „My Woman“ noch weiter vom frühen Low-Fi-Folk wegmusiziernde Sängerin/Gitarristin/Pianistin, derzeit in North Carolina daheim, hat das schräg Verhuschte ihrer viel bestaunten 2014er Platte „Burn Your Fire For No Witness“ zu einer selbstsicheren Intensität weiterentwickelt, mit der ihr die erste, derbere Hälfte der neuen CD ebenso souverän von der Hand geht wie die elegischere Hälfte zwei. Das exaltierte „Shut Up Kiss Me“-Video hat sie gleich selbst gedreht. Mit knapp 30 weiß sie genau, was sie tut. Man wird noch von ihr hören.