Bezirke

„Ankommen“ auf Schloss Biesdorf

Ausgerechnet Marzahn-Hellersdorf schließt eine Bezirksgalerie im Hochhausviertel. Und zeigt Kunst jetzt in einer Stadtvilla

Auf den ersten Blick steht Marzahn-­Hellerdorfs jetzt glänzend da: Auf Schloss Biesdorf hat der Bezirk am 10. Mai sein neues Kulturhaus eröffnet. Das Fest bestach mit Sonne, Hunderten von Besuchern, Sekt, Saft, Kindertoben im Park und ließ die Chefinnen, Leiterin ­Karin Scheel und Stadt­rätin Juliane Witt (Die Linke), lachen.
Passend zum Start sind im Haus unter dem Titel „Ankommen“ Arbeiten von 23 Künstlern zu sehen, die in Marzahn-Hellersdorf arbeiten oder gearbeitet haben, unter ihnen Stephan von Arx, An Seebach, Carola Rümpers sowie Absolventen der Kunsthochschule Weißensee. Eine zweite Ausstellung erinnert an Grafik von Dieter Tucholke, der 1980 den plötzlichen Preußenkult des DDR-Regimes historisch-bissig kommentierte.

© Zitty
Beitrag von Muster_Platten_Studio (An Seebach & Christiane Stegat): Entwurf nach hist. Vorlagen für Ausgestaltung von Jagdzimmer und Salon in Schloss Biesdorf. © Zitty

Doch der Zugewinn hat einen Preis. Für das neue Haus musste ein altes schließen, die kommunale Galerie M. Mit ihr geht den Hochhausvierteln ein Ort verloren, an dem unter Scheels Leitung Künstler mit partizipativen Aktionen auch Nachbarn und Passanten erreichten. Jetzt hat dort ein freies Kunstprojekt Platz gefunden, die Bezirksgalerie aber im bürgerlichen Biesdorf, in einer Adels- und Unternehmer-Villa – die Kommune im Salon.

Zudem muss sich Scheels Programm mit dem des Vormieters vergleichen lassen. Das Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum der landeseigenen Grün Berlin GmbH zeigte bis Anfang 2018 exzellente Schauen, zuletzt zum Landschaftswandel in Ostdeutschland, mit Fotografien etwa von Arno Fischer und Tobias Zielony. Diese Latte hat die erste Bezirksschau nicht geschafft. 

Bis 23.9.: Schloss Biesdorf, Alt Biesdorf 55, Mi/Do Sa–Mo 10–18, Fr 12–21 Uhr

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