Kino

Anna und die Apokalypse

Weihnachten naht – und Anna (Ella Hunt) weiß kaum noch, wo ihr der Kopf steht: Einerseits möchte die Fast-Abiturientin es ihrem Vater (Mark Benton) möglichst schonend beibringen, dass sie nach dem anstehenden Schulabschluss eine Weltreise plant, statt sich gleich an der Uni einzuschreiben. Und sie will weg aus diesem öden Kaff namens Little Haven, weg von ihrem nervigen Ex Nick (Ben Wiggins); ja selbst auf ihren besten Freund John (Malcolm Cumming) könnte Anna zur Abwechslung mal eine Zeitlang verzichten. Doch dann dämmert es dem Teenie kurz vor Heiligabend, dass nölige Väter und nachwirkende Highschool-Peinlichkeiten kaum ins Gewicht fallen, angesichts jener über die Gemeinde hereinbrechenden Apokalypse.

Anna Und Die Apokalypse
Foto: Duncan McCallum

Plötzlich begegnet man Zombies allerorten – wie gut, dass Neuzeit-Teenager im Umgang mit beißwütigen Untoten sattelfest und nicht so leicht zu schockieren sind. Zusammen mit Kumpel John und der Gang ihres Ex-Lovers Nick schlägt sich Anna am Tag nach der ersten Zombie-Attacke von Zuhause aus gen Schule durch, wo man Eltern, Anverwandte und Freunde nach Abschluss des alljährlichen Talentwettbewerbs vermutet und in Sicherheit wähnt.

Es zeigt sich schnell, dass in diesem trashigen Singspiel selbst Sympathieträger nicht vorm Gebissen-werden gefeit sind. Regisseur John McPhail schwört in Hinblick auf seine Charaktere auf Teenies fern der üblichen Hollywood-Klischees, die er im Geiste von Off-Broadway-Musicals und Lowbudgetstreifen wie die „Rocky Horror Picture Show“ ums nackte Überleben kämpfen und singen lässt. Und obwohl sich McPhail sogar Spezialisten für die Actioneinlagen und die Tanzszenen leistet, kommt das Endergebnis schlampig inszeniert rüber. Das anvisierte Highschool-Musical-Horror-Comedy-Youngster-Fanpublikum dürfte das kaum kümmern. Horst E. Wegener

Anna and the Apocalypse (OT) GB/USA 2017, 107 Min., R: John McPhail, D: Ella Hunt, Malcolm Cumming, Ben Wiggins. Start: 6.12.

Anna und die Apokalypse