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Anne Frank – dem Vergessen auf der Spur

Ein berührendes Porträt der jungen Tagebuchschreiberin 

Berührendes Porträt mit Objekten und Puppen – Foto: Artesanen

Das Tagebuch von Anne Frank ist weltweit bekannt. Die Inszenierung der Artisanen stellt Anne Frank als sensible Beobachterin vor und thematisiert ihren Mut bei der Suche nach der eigenen Identität. Während Texte vortragen werden, wie es sich anfühlt, auf engstem Raum eingesperrt zu sein, erzählt eine verstörende Installation mit zertrümmertem Mobiliar schon eine eigene Geschichte von brutaler Gewalt.

Die Akteure lassen Dinge sprechen, animieren Puppen und schaffen mit Klang- und Lichtinstallationen nicht nur atmosphärische Stimmungen, sondern charakterisieren auch die historische Zeit des Faschismus. Zunächst irritiert, wie sich acht hölzerne Kegelpüppchen in einen Setzkasten drängen. Es gibt wenig Aktion, aber mit kleinen Hörspielen werden Situationen deutlich: Mittagszeit, Kirchenglocken, BBC-News vom Kriegsverlauf. Der Setzkasten bleibt als Zeichen von Enge und Bedürftigkeit in Erinnerung. Im Spiel mit Puppen wird das Auf und Ab von Annes Gefühlen gezeigt, ihre Konflikte, ihre erste Verliebtheit. So entsteht ein berührendes Porträt.

„Ich hoffe nur, dass dieser Judenhass vorübergehender Art ist…“, wird aus dem Tagebuch zitiert. Anne Frank hat nicht überlebt. Angesichts von Pegida auf der Straße, AfD im Parlament und dem Erstarken von Antisemitismus und Fremdenhass – eine wichtige Inszenierung. BARBARA FUCHS

16.2., 20 Uhr, Schaubude Berlin, Greifswalder Str. 81–84, Prenzlauer Berg, Konzept: Artisanen; mit Inga Schmidt und Stefan Spitzer. Eintritt: 12,50, erm. 8 €