Kino

Another Day of Life

Seit Ari Folman vor gut zehn Jahren den Animations-Dokumentarfilm „Waltz with Bashir“ in die Kinos brachte, hat sich diese Filmgattung etabliert. Auch Raúl de la ­Fuente und Damian Nenow verwenden sie nun: Basierend auf dem Tatsachenroman „Wieder ein Tag Leben“ von ­Ryszard Kapuściński, schildert ihr Film die Reise des polnischen Journalisten und Schriftstellers in das vom Bürgerkrieg geschüttelte Angola. Dort war die Lage 1975 unübersichtlich: Die marxistische Befreiungsbewegung MPLA kämpfte gegen die Rebellen der von den USA unterstützten UNITA und FNLA.

Kapuścińskis Trip wird zu einer Reise ­voller furchtbarer Kriegserlebnisse, aber auch von Begegnungen mit beeindruckenden Persönlichkeiten, wie der Guerillera Carlota und dem MPLA-General Farrusco. Dass sich der MPLA-Sympathisant Kapuściński schließlich ganz auf deren Seite schlägt, bringt sein journalistisches Selbstverständnis ins Wanken.

Kriegsberichterstattung im Jahr 1975
Foto: Wueste Film Pandor aFilm

Animationstechnisch beruht der Film auf mit Schauspielern gedrehten Realfilmaufnahmen, die anschließend abgezeichnet wurden; verwoben wurden die Animations­sequenzen sodann mit Interviews damaliger Wegbegleiter des Journalisten. Und die sind hier deutlich eindrucksvoller als die Geschichte
Kapuścińskis, der als Animationsfigur in einem politisch nie ganz eindeutigen Film so blass bleibt, wie er es in der Realität wohl nie war.

PL/E/B/D 2018, 86 Min., R: Raúl de la Fuente und Damian Nenow, Start: 4.4.

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