Drama

Another Forever – Die Stille um Alice

Die Trauerarbeit einer Frau

ZITTY-Bewertung: 4/6

Ein verlassener Friedhof mit verwitterten Grabsteinen, atmosphärische Musik. Schon die erste Szene des ergreifenden Frauenporträts lässt Tragisches erahnen. Alices (Daniela Escobar) geliebter Ehemann John (Marlon Moreno) ist unerwartet gestorben, sein Tod versetzt sie in einen Zustand der Apathie. Irgendwann überwindet Alice sich und fährt nach Amsterdam, um sich mit ihrer Einsamkeit treiben zu lassen. Unterwegs begegnet sie Menschen, mit denen sie Kraft schöpft.

Auch Idylle kann beim Trauern helfen
Foto: Der Filmverleih

Die emotionale Reise lässt sich in Alices Gesicht ablesen. Immer wieder verliert sich ihr Blick in der Ferne, sie existiert an der Schwelle zwischen eingeblendeten Erinnerungen und trister Gegenwart. Wenn gefühlt permanent Regen vom Himmel prasselt oder die Rückblenden sehr viel farbiger erscheinen als die Realität, droht das Abrutschen in Pathos. Hauptdarstellerin Daniela Escobar überzeugt mit einem glaubhaften Porträt der Trauer und schafft intime Einblicke in die Verarbeitung eines Verlusts. Leider entschleunigt der Film in einigen Passagen zu sehr. Ein nahezu ereignisloser, wortkarger Fortlauf der Reise und eine in weiten Teilen kitschige Filmmusik sorgen für eine gewisse Zähheit. Andererseits wirkt der Film genau deswegen authentisch, denn letztlich ist Trauer nichts anderes als das: langsam und zäh.

BRA/KOL/USA 2016, 72 Min., R: Juan Zapata, D: Daniela Escobar, Marlon Moreno, Peter Ketnath

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