DRAMA

Antigone

Erstmals koproduziert das DT mit dem inklusiven Theater RambaZamba und ­einem divers besetzten Bürgerchor.

Christus-Pose: Zora Schemm als Antigone – Foto: Arno Declair

Ist das Prinzipientreue? Oder Hybris? Was Antigone und Kreon aufeinander zurasen lässt in Sophokles’ Tragödie, fasziniert uns bis heute. Auch in der Box des Deutschen Theaters, wo Lilja Rupprecht eine 100-Minuten-Version inszeniert hat. Auf der kleinen Bühne, deren weiße Linien auf schwarzem Grund sich nach hinten verjüngen, löst sich aus dem wuchtigen Chor Kreon, der erst mal ziemlich volksnah wirkt.

Nicht lange, denn bald schnellt Manuel Harder auf seine Gegner los, ein Charmebolzen, Verführer und Vernichter zugleich, halb hellwacher Instinktkerl, halb müder Rockstar. Mit Zora Schemm vom Koproduktions-Partner Ramba­­­Zamba steht Kreon eine Antigone gegenüber, die ausharrt mit ihrem entwaffnend kritischen Blick, als könne sie nicht anders. Eine Widerständlerin, die das ewige Recht auf ihrer Seite weiß.

Allerdings hat man sie wie die anderen RambaZamba-Stars – Juliana Götze und Aaron Smith zum Beispiel – schon stärker gesehen. Rupprecht findet schöne Duell-Bilder, choreografierte Gesten und Formationen für den packenden Laien-Chor. Dann aber lässt sie die Bühne mit Staub, flüssigem Lehm und Blutfarbe in eine ordentliche Sauerei verwandeln. Prägnant das irritierende Schlussbild, in dem Harder den Boden schrubbt: Es geht immer wieder von vorne los. GEORG KASCH

28.2. + 11.3., 19.30 Uhr, Deutsches Theater – Box, Schumannstr. 13a, Mitte. Regie: Lilja Rupprecht; mit Manuel Harder, Zora Schemm, Juliana Götze, Aaron Smith, Lisa Hrdina u. a., Eintritt 14, erm. 6 €