Kino

Aretha Franklin: Amazing Grace

Ein Konzertfilm von 1972, der erst 2019 fertiggestellt wurde – als der erfolgreiche Spielfilmregisseur, aber im Dokumentarfilm unerfahrene Sydney Pollack 1972 den Job übernahm, Aretha Franklin bei den Live-Aufnahmen zum Gospelalbum „Amazing Grace“ zu filmen, wurde leider vergessen, die Film- und Tonaufnahmen durch Klappen oder ähnliches zu synchronisieren. Erst viele Jahre später machte es die Digitaltechnik möglich, Bild und Ton anzupassen.

Amazing Grace: Aretha Franklin
Amazing Grace
Foto: Courtesy of Amazing Grace / Weltkino

Und so kommen wir erst jetzt in den Genuss, eine der größten Soulsängerinnen aller Zeiten zu beobachten, wie sie back to the roots geht – zu den Wurzeln ihrer Musik, aber auch zu jenen der Familie. Denn Aretha ist die Tochter des Predigers C.L. Franklin (der hier auch zu sehen ist) und mit Gospel aufgewachsen.

Man erlebt also einen für jeden goutierbaren musikalischen Gottesdienst, bei dem der irritierenderweise hauptsächlich sitzende Chor eine Ausnahmemusikerin begleitet, die immer wieder Gänsehaut verursacht. Über die Musik hinaus ist der mit den vielen Unschärfen sehr authentisch wirkende Film auch als Zeitdokument interessant. Es macht Spaß, das Publikum bei den beiden aufgezeichneten Shows zu beobachten. Und ganz hinten an der Wand stehen Mick Jagger und Charlie Watts, der Sänger und der Drummer der Rolling Stones, und grooven mit.

USA 1972/2018, 89 Min., R: Allan Elliott, Sydney Pollack, Start: 28.11.