Tragikomödie

Arthur & Claire

Zwei Lebensmüde: Die allerletzte Nacht für „Arthur & Claire“ – oder?

Tivoli Film/ Wolfgang Amslgruber

Wo Josef Hader draufsteht, ist ­glück­licher­- weise auch immer Josef Hader drin. Der gefeierte Kabarettist und wandlungsfähige Schauspieler hat sich für „Arthur & Claire“ mit Regisseur Miguel Alexandre, bekannt vor ­allem durch TV-Filme wie „Die Frau vom Checkpoint ­Charlie“ oder „Der Mann mit dem Fagott“, für das Drehbuch zusammengetan, das nun, wie so oft bei Hader, den Witz und das Drama verschmelzen lässt.

Der Österreicher Arthur (Josef Hader) ist schwer krank und nach Amsterdam geflogen, um dort in der Klinik eines Freundes (Rainer Bock) Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Seine letzte Nacht verläuft allerdings anders als geplant: Anstatt in seinem Hotelzimmer bei einem guten Steak und einer exquisiten ­Flasche Wein den Gedanken nachzuhängen, bringt Arthur die Holländerin Claire (Hannah Hoekstra) davon ab, eine Überdosis Schlaf­tabletten zu nehmen. Diese beiden Lebensmüden ziehen fortan durch die Amsterdamer Nacht, in der nicht nur gekifft und getanzt wird, sondern in der auch bittere Wahrheiten ausgesprochen werden.

„Eine Holländerin, die keinen Käse isst? – „Es gibt ja auch Österreicher, die nicht Skifahren können!“ – Nur ein Beispiel für die hinterfotzigen Dialoge Haderscher Prägung. Sie und die liebe­volle Charakterisierung der beiden Figuren lassen den Film zu einer kurzweiligen Tragi­komödie über das Leben und den ­ganzen miesen Rest werden. Gekonnt kontrastiert Regisseur Alexandre das pulsierende Treiben in Amsterdam mit dem Innenleben zweier ­verzweifelter Menschen, die sich aneinander aufbauen.

Arthur & Claire D 2017, 98 Min., R: Miguel Alexandre, D: Josef Hader, Hannah Hoekstra, Rainer Bock, Start: 8.3.