Spionagethriller

Atomic Blonde

Charlize Theron als taffe, sexy Agentin im Berlin der Vorwendezeit

Der Name ist Broughton. Lorraine Broughton. Die Agentin ist ­rücksichtslos, ­effizient und sehr verführerisch. Kein Wunder, dass sich der Chef des MI5 an Lorraine wendet, als es darum geht, im Berlin der Vorwendezeit eine Liste mit Doppelagenten zu ­suchen.

Auf beiden ­Seiten der Mauer gibt es niemanden, dem sie trauen kann, nicht mal dem heruntergekommenen Residentur-Chef David Percival (James McAvoy). Während der Westen in neonbunten Discos auf dem Vulkan tanzt, gärt es im Osten der Stadt.

Charlize Theron, Hauptdarstellerin und Produzentin des Streifens, hat sich die ­Rolle der Lorraine auf den durchtrainierten Körper schreiben lassen. Und dabei auf die Vorlage – ein sperriger, aber lesenswerter Schwarz-Weiß-Comic – keinerlei Rücksicht genommen: Die Kampfszenen sind lang und schmerzhaft, die ruhigen Szenen sehen aus, als wären sie Outtakes aus alten MTV-Videos. Das ist alles nicht besonders subtiles 80er-Genrekino – John le Carré auf Ecstasy.

Charlize Theron
Charlize Theron, James McAvoy
Foto: UPI Focus Features

Teils in Berlin, teils in Budapest gedreht, macht „Atomic Blonde“ einen Riesen­spaß, auch wenn die Geschichte vielleicht zwei Plot-Drehs zu viel hat und vieles beim genaueren Nachdenken unwahrscheinlich ist. James Bond, so ­hörte man zuletzt von vielen Seiten, könnte ja auch mal von einer Frau gespielt werden. Zeitverschwendung, wo es doch jetzt ­Lorraine Broughton gibt. 

USA 2017, 115 Min., R: David Leitch, D: Charlize Theron, James McAvoy, John Goodman, Til Schweiger

Atomic Blonde

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