Bühne

Hans im Glück

Das Grimmsche Märchen als ­artistisch-philosophisches Song-Spiel

Besitzfragen: Falk Berghofer, Iljá Pletner – Foto

Warum bloß tauscht Hans einen hart erarbeiteten Klumpen Gold so lange gegen immer kleiner werdende Tiere, bis ihm nur noch ein Stein übrig bleibt – und warum ist er dabei sogar noch glücklich? Kaum ein Märchen wirft so viele zeitlose Fragen auf wie dieses: Wie wichtig ist Besitz, und was ist eigentlich Glück?

Hans rollt in der Fassung von Regisseur Matthias Schönfeldt und Hauptdarsteller Iljá Pletner in einem Rhönrad über die Bühne, die Tiere, die er tauscht, werden durch Schattenbilder und immer kleiner werdende Reifen dargestellt. So wird die Geschichte mit sehr einfachen und dabei umso symbolhafteren Mitteln greifbar gemacht: Rad und Ringe könnten für den Tausch- oder Lebenskreislauf stehen oder auch für das sich stets wendende Glücksrad Fortunas und erlauben gleichzeitig spaßig-artistische Einlagen.

Hans zur ­Seite stehen zwei Darsteller, die abwechselnd als Tauschpartner agieren, dann wieder als mahnende Stimmen auf ihn einreden, mal zur Vernunft, dann wieder zum Leichtsinn auffordern. Ebenso naiv wie gewitzt spielend ist Iljá Pletner die perfekte Besetzung für den Hans, zumal er auch seine eigenen berührenden Songs beisteuerte.

Für Kinder bleibt die Geschichte trotzdem eine Herausforderung. Umso mehr Stoff liefert die Inszenierung für anregende Gespräche hinterher. TERESA SCHOMBURG

25.+26.1., 10 Uhr, 27.1., 15 Uhr, Atze Musik­theater, Luxemburger Str. 20, Wedding, Regie: Matthias Schönfeldt, mit Iljá Pletner, Friederike Noelting, Falk Berghofer, ab 6 Jahren, Eintritt 7,50–9,50 €