Kinderfilm

Auf Augenhöhe

Ein zehnjähriger Junge begegnet erstmals seinem ungewöhnlichen Vater…

ZITTY-Bewertung: 4/6
ZITTY-Bewertung: 4/6

Acht durchtrainierte Recken entsteigen dem Ruderboot, die Augen des zehnjährigen Michi schweifen von einem zum ­anderen und glänzen in freudiger ­Erwartung der ersten Begegnung mit seinem Vater. Die Begeisterung schlägt in Frust um, als der Steuermann auf den Ruf „Hey Tom“ reagiert. Der nun auftretende kleinwüchsige Mann scheint nicht der coole Dad zu sein, den sich das Heimkind Michi ausgemalt hatte.

Michi und sein Vater Foto: Tobis Film, Kerstin Stelter
Michi und sein Vater
Foto: Tobis Film, Kerstin Stelter

Die herausragend inszenierte und fotografierte Schlüsselszene des feinfühligen Dramas brennt sich ein und führt den Zwiespalt ein, in dem Michi fortan steckt. Nach dem Tod seiner Mutter konnten ihm die fürsorglichen Erzieher die Familie nicht ersetzen. Er sucht seinen Vater, mit dem seine Mutter jede Beziehung abgebrochen hatte. Doch die eigenen Vorurteile sowie die scheelen Blicke und Anfeindungen der anderen Kinder belasten das Zusammenleben. Nur mühsam rauft er sich mit  dem „Zwerg“ zusammen.
Präzise schildern Evi Goldbrunner und ­Joachim Dollhopf die Gefühlslagen von Michi. Sie führen den jungen Luis Vorbach zu einer grandiosen Leistung. Er ist auf Augenhöhe mit dem kanadischen ­Profi Jordan Prentice („Brügge sehen und sterben“). Einzig die Charakterisierung  der Erwachsenen hätte etwas Überarbeitung vertragen – so hat Tom offenbar keinen Beruf.
D 2016, 98 Min., R: Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf, D: Jordan Prentice, Luis Vorbach, Ella Frey

In diesen Berliner Kinos läuft der Film:

https://www.zitty.de/event/komoedie/auf-augenhoehe-2016/

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