Dokumentarfilm

Auf der Jagd – ­Wem gehört die Natur?

Wölfe in der freien Wildbahn. Der Mond. Leicht dräuende Musik. Ein einsamer Jäger vor einer wie von Caspar David Friedrich gemalten Landschaft. Wir sehen, wie Wölfe ein Reh erlegen und der Jäger, von seinem Hochsitz aus, ein Wildschwein schießt. Dann ein erster Kommentar aus dem Off: „Seit 200.000 Jahren gehen wir Menschen auf die Jagd. Der Wolf seit zwei Millionen Jahren“.

In ihrem Dokumentarfilm nimmt sich ­Agneskirchner einer, zumal unter intellektuellen Großstädtern, eher schlecht beleumundeten Gruppe an: Es kommen aber nicht nur die „bösen“ Jäger zu Wort, sondern auch eine Wildbiologin, Förster, Waldbesitzer, Tierschützer, Bauern und die Wolfsbeauftragte des Landes Brandenburg. Die sich hier allesamt sehr reflektiert gebenden Jäger machen klar: „Das Erlegen ist eine große Verantwortung.“

Auf der Jagd
Foto: ROADVIEW Pictures

380.000 Jäger zählt man in Deutschland, ihr Tun ist streng reglementiert. Zwischen Abschussquoten, Naturschutz und dem Anspruch, dem Tierwohl gerecht zu werden, haben es die Waidmänner nicht leicht. Gibt es in einem so dicht besiedelten Land überhaupt noch so etwas wie ­Natur? Oder ist alles längst Kulturlandschaft? Spannende Fragen, die der Film in den Raum stellt – ohne sie unbedingt zu beantworten. Am Ende dieses klugen, teils mit herrlichen Naturansichten aufwartenden Filmessays heißt es: „Die Erde kann ohne uns überleben, wir können es nicht.“ 

D 2018, 96 Min., R: Alice Agneskirchner

Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?

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