Thriller

Aus nächster Distanz

Zwei Frauen im Nahost-Konflikt

Foto: Heimatfilm/River Film

Als Informantin des für seine ­Effizienz ­bekannten israelischen Geheimdienst Mossad lebt frau gefährlich. Mona (Golshifteh Farahani) hat einen führenden Kopf der Hisbollah verraten und muss nun nach einer Gesichtsoperation in Hamburg ­untertauchen, bis die Wunden verheilt sind. Ihre persönliche Betreuerin: die ­israelische Mossad-Agentin Naomi (Neta Riskin). Ganz langsam nähern sich beiden Frauen an, denn sie sind auf sich allein ­gestellt: Niemandem können sie trauen, jeder vermeintliche Unterstützer könnte sich als Feind entpuppen.

Wie enorm vielschichtig der israelische Filmemacher Eran Riklis die Konflikte im Nahen Osten sieht, hat er mit grandiosen Filmen wie „Die syrische Braut“ (2004), „Lemon Tree“ (2008) oder zuletzt „Mein Herz tanzt“ (2014) gezeigt. Hier nun wagt er sich an das Genre des Thrillers.
In seinem spannenden Kammerspiel entwirft er das sensible und stimmige Porträt zweier Frauen, die in einem Labyrinth von Verrat und Intrigen gefangen sind und doch Wünsche und Bedürfnisse formulieren. Das hat sogar ­einen ­leisen Humor – und führt uns eine Welt des Misstrauens vor. So wird auch dies ein ­filmischer Schrei Riklis’ nach Gerechtigkeit und Frieden. Mittendrin zwei wunder­bare Schauspielerinnen: Golshifteh Farahani und Neta Riskin.

„Aus nächster Distanz“, D/F/ISR 2017, 93 Min., R: Eran Rilis, D: Golshifteh Farahani, Neta Riskin, Yehuda Almagor, Start: 9.8.

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