Kino

Axel, der Held

Eines ist Axel (Johannes Kienast) gewiss nicht: ein Held. Der junge Mann lebt in ­einer Datsche am Rande einer Western- ähnlichen Ansiedlung, die nur aus einem Spielcasino und dem Landgut von ­Manne (Sascha Alexander Geršak) zu bestehen scheint. Axel hat Spielschulden bei Manne, also knechtet er auf dessen Gut. Dazu hat sich Axel in Mannes Freundin Jenny (Emilia Schüle) verknallt. Die kann dessen Grobheiten nur schwer ertragen.

Bewegung kommt in die Szenerie, als sich Axel mit seinem Nachbar Heiner ­(Christian Grashof) zusammentut. Der Greis ist in einer imaginären Karl-May-Welt versunken, hält sich für ­Winnetou. Der Vorteil: Ein Indianer kennt ­keinen Schmerz – und keine Angst. Und so schmieden die beiden Pläne, wie sie ­gegen Manne vorgehen können.

Größenwahn: Manne (Sascha A. Geršak)
Foto: Ostlicht Film Georges Pauly

15 Jahre ist es her, da inszenierte Hendrik Hölzemann mit „Kammerflimmern“ den wohl besten Film, den Matthias Schweighöfer je gemacht hat. Nun legt er diesen ungewöhnlichen Mix aus Märchen, Komödie und Western vor und baut einen Mikrokosmos, in dem sich die überzogen gezeichneten ­Figuren austoben. Das hat Esprit, macht den Darstellern Spaß, wirkt aber mitunter etwas künstlich. Zudem tut Axel sich und dem Zuschauer keinen Gefallen, sich ständig in Tagträume zu flüchten, das nimmt dem Film Tempo und Präsenz. Martin Schwarz

D 2018, 90 Min., R: Hendrik Hölzemann, D: Johannes Kienast, Christian Grashof, Emilia Schüle, Start: 15.8.; 18.8., 19 Uhr, Acud, Vete­ranenstr. 21, zu Gast: Hendrik Hölzemann

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