Action-Thriller

Baby Driver

Extrem coole Oberflächen in einem stylischen Film, der durch und durch retro ist

ZITTY-Bewertung: 4/6

„Es müsste immer Musik da sein, bei allem, was du machst“, heißt es in „Absolute Giganten“, und auch wenn der englische Regisseur Edgar Wright Sebastian Schippers Film vermutlich nicht kennt, ist dieser Satz doch die Basis von „Baby Driver“. Wright, Regisseur von Kultfilmen wie „Hot Fuzz“ und „Shaun of the Dead“, nimmt den Titel wörtlich: Baby (Ansel Elgort) ist ein Driver, ein Fluchtfahrer, der für Doc (Kevin Spacey) in die Eisen steigt und wechselnde Crews nach Überfällen in Sicherheit bringt. Und dabei hört Baby Musik, wie immer, auch als er Debora (Lily James) kennenlernt.

Baby, der Driver, bei der Arbeit
Foto: Sony Pictures

Vieles ist „Baby Driver“: ein Gangster-Film, eine Romanze, vor allem aber ein Musical, ohne Gesang und Tanz zwar, aber brillant choreografiert, sowohl auf vier Rädern als auch auf zwei Füßen. In Plansequenzen tänzelt Baby durch Atlanta, stets die iPod-Kopfhörer im Ohr – ja, iPod, denn „Baby Driver“ ist durch und durch Retro. Die Verfolgungsjagden erinnern an Filme aus den 70ern, die Musik stammt vor allem aus den 80ern und 90ern – und doch dies ein zeitgemäßer Film: eine brillante Oberfläche, kaum Substanz, von comichafter Gewalt und übersteigerter Romantik geprägt, dadurch gleichzeitig unmoralisch und moralisch, und dabei stets ein wenig zu sehr von seiner Originalität überzeugt. Verdenken kann man das Wright angesichts eines höchst ungewöhnlichen Films nicht.

USA 2017, 112 Min., R: Edgar Wright, D: Ansel Elgort, Lily James, Kevin Spacey

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