Kino

Back for Good

Gestatten: Kim Riedle. Die für den deutschen Filmpreis nominierte Aktrice mit schwäbischen und mazedonischen Wurzeln schlüpft in diesem so aufgekratzten wie melancholischen Drama mit Verve und großer Glaubwürdigkeit in die Haut von Angie: einem wasserstoffblonden, sonnenstudiobraunen, just aus der Entzugsklinik entlassenen TV-Starlet.

Back for Good
Angie (Kim Riedle) mag eindeutige Gesten
Foto: Falko Lachmann

Angie liebt kurze Röcke, lange ­Fingernägel und Push-up-BHs. Angie starrt ständig auf ihr Handy, denkt nur an ihr Comeback: „Vom Entzug ins Dschungelcamp, bamm!“ Ganz so einfach stellt sich die Rückkehr in die bunte Welt der B- und C-Promis dann doch nicht dar, zumal sich Angies Freund (und Manager) von ihr ­getrennt hat – und sie deshalb bei Mama (Juliane Köhler) in der Provinz ­unterschlüpfen muss. Dort trifft sie auf ihre pubertierende Schwester: Ihrer Epilepsie wegen muss Kiki (Leonie Wesselow) ständig einen Schutzhelm tragen und wird auch sonst von der Mutter drangsaliert. Allmählich offenbart sich, welch ­Hypothek auf der Familie lastet.

Mia Spengler gelingt mit „Back for Good“ ein kleines Kunststück, ist der Film doch zu gleichen Teilen berührendes Familien­drama wie bitterlustige Medienkritik. ­Irgendwann fällt ein Satz, der den ganzen YouTube-Facebook-Instagram-­Influencer-Celebrity-Netz-Irrsinn auf den Punkt bringt: „Egal, was für eine Scheiße man macht, Hauptsache es schaut jemand zu!“

D 2017, 95 Min., R: Mia Spengler, D: Kim Riedle, Juliane Köhler, Leonie Wesselow

Back for Good (2018)