Weltmusik

Badi Assad

Die One-Woman-Band aus São Paulo schlägt Brücken zwischen brasilianischer Moderne und westlichem Pop

Foto: Promo

Es gibt Familien, da scheint der Nachwuchs bereits mit der Gitarre in der Hand geboren zu werden. Die Assads aus Brasilien etwa mit den klassikweltberühmten Gitarristenbrüdern Sergio und Odair und ihrer nicht weniger fingerfertigen jüngeren Schwester Badi. Doch die spielt als Sängerin, Gitarristin und Komponistin in einer ganz eigenen Liga. Zu ihrem beeindruckenden Gitarrenspiel (für das sie vom Fachblatt „Guitarplayer“ einst zur Revolutionärin der 90er-Jahre gekürt wurde) singt und scattet die 51-Jährige auf Englisch, Portugiesisch und Fantasiesprachen, mischt Naturimitationen wie Regen, Wind oder Tierstimmen darunter. Selbst ihr Körper wird zum Percussionsinstument: Sie klatscht, klopft, trommelt rhythmisch auf Kehle, Hals und Schenkel und erzeugt bisweilen gleichzeitig Meeresgeräusche mittels einer mit den Füßen bewegten „Wellentrommel“. Eine ungemein virtuose One-Woman-Band aus São Paulo.

Inspiriert von afrikanischen Gesängen, Traditionen brasilianischer Moderne und westlichem Pop entfaltet und gestaltet die Tochter libanesischer Einwanderer ihr persönliches musikalisches Universum, in dem sie auch schon mal U2s „One” oder Blörks „Bachelorette“ zitiert, nein, re-kreiert. Ein gerade fertiggestellter Dokumentarfilm über ihre inzwischen gut 30-jährige Karriere wird am Vorabend des Konzerts in der Brasilianischen Botschaft gezeigt.

Mi 8.8., 21 Uhr, Kantine am Berghain, Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, VVK 16,90 € zzgl. Gebühren