NATURSTÜCK

Bambi

Die Parkaue wirft einen zeitgemäßen Blick auf die Rehkitz-Story nach dem Original-Roman von Felix Salten

Waldtiere: Kinga Schmidt als Bambis Freundin – Foto: Christian Brachwitz

Beim Schlagwort „Bambi“ denkt wohl jeder zuerst an den legendären Disney-Streifen von 1942. Oliver Schmaering hat sich in seiner Bühnenfassung aber eher an der 1923er Roman-Vorlage des Schriftstellers und Jägers Felix Salten orientiert. Noch stärker als im Film wird hier über das Mit- und Gegeneinander von Mensch und ­Natur gegrübelt, Regisseurin Marie Bues findet wiederum einen ganz eigenen Weg, die Geschichte zu erzählen.

Das Baum-Bühnenbild ragt tief in den Raum hinein, ergänzt wird die Kulisse in einzelnen Szenen durch Green-Screen-Projektionen, bei der die Zuschauer die Waldtiere, die teils mit lässigen Jacken und Hipster-Mützen bekleidet sind, gleichzeitig real und auf einer Leinwand verfolgen können. Bambi selbst, dargestellt durch den Musiker Anton Berman, drückt sich fast ausschließlich durch Lieder und Rhythmen aus, was schön zur jenseits aller Sprachlichkeit liegenden Natur passt.

Auch im Stück erschießen Jäger Bambis Mutter auf einer Treibjagd im Off, doch der traurige Moment wird durch den Auftritt einer tröstenden Witzekatze komödiantisch aufgefangen. Besonders berührend sind auch unerwartete kleine Momente von Vergänglichkeit, wenn etwa die letzten beiden Herbstblätter irgendwann doch vom Baum fallen. Ein ergreifendes Stück zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken. TERESA SCHOMBURG

5.6., 10 Uhr, weitere Aufführungen ab 23.8, Theater an der Parkaue, Parkaue 29, Lichtenberg, Regie: Marie Bues; mit Anton Berman, Birgit Berthold, Caroline Erdmann, Florian Pabst u.a., 8 – 12 Jahre, Eintritt 13, erm. 9, Kinder 7 €