Kino

Bamboo Stories

In Asien ist Bambus seit Jahrhunderten ein wichtiger Baustoff und nicht nur ökonomisch von großer Bedeutung. Überwiegend ist die Verholzung und der Verkauf des Riesengrases von kleinbäuerlichen Strukturen und mittelständischem Handel geprägt. Dies zeigt die Dokumentation „Bamboo Stories“ von Shaheen Dill-Riaz auf, der Arbeiter in Bangladesch porträtiert, die als Holzfäller, Flößer und Zwischenhändler ihr Überleben und das ihrer Familien durch den Bambus bestreiten. Der Regisseur taucht tief in die entbehrungsreiche und oft gefährliche Arbeitswelt seiner Protagonisten ein und hat mit dem Flößer Shiraz und dem Holzfäller Liakot zwei charismatische Protagonisten, die bereitwillig Einblicke in ihr Leben geben. Dazu gehören auch die familiären Hintergründe, die einige interessante Rückschlüsse auf das Alltagserleben erlauben.

Bamboo Stories
Foto: MAYALOK Filmproduktion

Eine besondere Bedeutung kommt dabei den besser gebildeten Frauen als Rückgrat der Familien zu, die sich für ihre Kinder eine andere Zukunft als die Arbeit mit Bambus wünschen. Denn Bambus wird in Asien nur noch als das Holz des armen Mannes betrachtet und findet im Bauwesen immer weniger Verwendung – obwohl aus ökologischer Sicht das Gegenteil sinnvoll wäre. „Bamboo Stories“ liefert zu einem exotischen Thema viele interessante Hintergrundinformationen und überzeugt als ein rundum gelungen konzipierter Dokumentarfilm.

BD/D 2019, 96 Min., R: Shaheen Dill-Riaz, Start: 14.11.

https://www.zitty.de/event/kino/bamboo-stories/