Kunstmarkt

Banksy

Seine subversiven Bilder kritisieren das Establishment – und werden von diesem gefeiert

Es hat schon einen sehr ironischen Beigeschmack, wenn das Werk eines Künstlers offenkundig auf ­Kapitalismuskritik aus ist, seine Ausstellung jedoch auf Plaka­ten und Tickets mit dem Motto „die wertvollste Sammlung von Banksy-Kunstwerken“ beworben wird. „The Art of Banksy“, kuratiert von Steve Lazaride, dem früheren Agenten des berühmten Street Art Künstlers, ist im ehemaligen Felix Club zu sehen. Die Sammlung soll 23 Millionen Euro wert sein. But who cares?

The Art of Banksy
Foto: Thomas Burblies

Banksys Stencils, Skulpturen, Ölgemälde und das Dokumentarvideo eines Amateurs, das Banksy im Einsatz zeigt, kritisieren Popkultur, Politik und die westliche Gesellschaft. Doch die Ausstellung ist nicht vom Künstler autorisiert worden, und so bleiben hier die Fragen offen, ob es in Ordnung ist, derart gegen die Künstlerposition zu kuratieren, und ob Street Art überhaupt in eine Galerie gehört. Über beides lässt sich streiten.

Tatsache ist, dass es sich bei den 72 Exponaten nicht um Street Art handelt, sondern um Studioarbeiten, meist zwischen 2002 und 2006 entstanden. Banksy besticht wie gewohnt durch subversive Bildsprache und scharfsinnige Pointen, die Systemkritik intelligent auf den Punkt bringen. Doch im kühlen Ambiente mit gedämpften Licht wirken die bekannten Motive weniger dringlich und verlieren ohne ihren städtischen Kontext Schlagkraft.

Bis 30.10.: Felix, Behrenstr. 27, Mitte, ­Mo–So 10.30–17 Uhr, 18,25/ erm. 15 €