Moderne

Bauhaus Imaginista

Ein internationales Forschungsvorhaben stellt am HKW die weltweiten Verbindungen des Bauhaus aus

Am Haus der Kulturen der Welt ziehen die Kuratori*nnen Marion von Osten und Grant Watson jetzt eine Zwischenbilanz. Neben Werken damaliger Künstlerinnen wie Anni Albers und Gertrud Arndt oder Architekten wie Hannes Meyer werden heutige Beiträge zu sehen sein, etwa von Kader Attia, Alice Creischer (siehe Text oben) und Zvi Efrat. Zu erwarten ist keine historische Nabelschau, sondern die Möglichkeit, den Blick etwa auf das Potenzial der Avantgardekunst für postkoloniale Diskurse und Ästhetiken zu weiten. 

University of Ife in Ile-Ife, Nigeria Architekten: Arieh Sharon, Eldar Sharon und Harlod Rubin‘ © Arieh Sharon digital archiv

Das Bauhaus ist kein bloß deutsches, ja nicht einmal ein nur europäisches oder „westliches“ Phänomen. Die Gedanken zum Verhältnis von Kunst, Design, Archi­tektur und Gesellschaft, die ­zwischen 1919 und 1933 in Weimar, Dessau und Berlin gebündelt wurden, waren zu ­Beginn des 20. Jahrhunderts weltweit im Schwange. Das Forschungsprojekt „Bauhaus Imaginista“ untersucht die Verbindungen zwischen dem Bauhaus und zeitgleichen Avantgarde-Kunstschulen in Japan und Indien, die Wechselwirkungen zwischen Bauhaus-Exilant*innen in Amerika und dortigen indigenen Kunstpraktiken sowie die Bauhaus-Rezeption etwa in China und Nigeria. Finanziert wurde das Vorhaben von der Bauhaus-Kooperation zum Jubiläumsjahr 2019 und dem Goethe-Institut.

Am Haus der Kulturen der Welt ziehen die Kurator*nnen Marion von Osten und Grant Watson jetzt eine Zwischenbilanz. Neben Werken damaliger Künstlerinnen wie Anni Albers und Gertrud Arndt oder Architekten wie Hannes Meyer werden heutige Beiträge zu sehen sein, etwa von Kader Attia, Alice Creischer und Zvi Efrat. Zu erwarten ist keine historische Nabelschau, sondern die Möglichkeit, den Blick etwa auf das Potenzial der Avantgardekunst für postkoloniale Diskurse und Ästhetiken zu weiten.


Bis 10.6.: HKW, John-F.-Dulles-Allee 10, Tiergarten, Mi–Mo 11–19 Uhr, 9/7 €