Kino

Beautiful Boy

Die USA erleben derzeit die ­schlimmste Drogenkrise ihrer Geschichte. Alleine im Jahr 2018 starben 72.000 Menschen. Ein Grund: die laxe Verschreibungspraxis süchtig machender ­Schmerzmittel. Kein Wunder, dass eine Geschichte wie die von Nic Sheff, eines talentierten ­jungen Mannes, der vermeintlich alles hat und doch in eine ­schwere Sucht abrutscht, auf ­große Reso­nanz stößt. In seiner Autobiografie ­erzählt er von der Dynamik seiner Krankheit. ­Parallel dazu schildert sein Vater David Sheff in seiner Autobiografie den Versuch, seinen Sohn vor der Selbstzerstörung zu bewahren. Beide Memoiren wurden zu Bestsellern.

Foto: 2018 AMAZON CONTENT SERVICES LLC François Duhamel

Dieses Materials hat sich nun der ­Belgier Felix van Groeningen („The Broken ­Circle“, 2012) angenommen. Die Geschichte von Nics eskalierender Drogensucht, seinen Entzugsversuchen und der psychologischen Dynamik, die das Drama in seinem Umfeld auslöst, erzählt er auf ­authentische, bisweilen aber etwas ­„cleane“ Weise. Die Perspektive des Vaters ist dabei präsenter; über Nics Innenleben erfährt man nicht viel. Und das dramaturgische Muster Entzug-Rückfall wiederholt sich einfach zu oft.

Mit Steve Carell und dem Shootingstar Timothée Chalamet („Call Me By Your Name“) hat van Groeningen jedoch eine perfekte Besetzung für die Vater-Sohn-Geschichte gefunden. Die anrührende Dynamik zwischen den Hauptdarstellern trägt über einige Längen.

USA 2018, 120 Min., R: Felix van Groeningen, D: Steve Carell, Timothée Chalamet, Start: 24.1.

Infos und Termine

Beautiful Boy