Dokumentar-Fabel

Bella e perduta

Eine poetische und parabelhafte ­Reise durch das seltsame Wunderland Italien

ZITTY-Bewertung 6/6
ZITTY-Bewertung 6/6

Dies ist ein rätselhafter Film, wunderschön. Da ist Sarchiapone, der kampanische Büffel. Und Tommaso ­Cestrone, Aufseher eines verlassenen Palastes. ­Außerdem Pulcinella, der Maskenträger. Und letztlich Gesuino, dichtender Hirte. „Bella e perduta“ ist eine Fabel, denn er gibt dem Büffel Sarchiapone eine ­Stimme, auf dass er seine Geschichte erzählen möge. Sarchiapone fragt sich, wann sie denn endlich vorüber ist, die Knechtschaft der Menschen über die Tiere. Er ist in keiner guten Situation: Tommaso, der nicht nur den imposanten Barockpalast Reggia di Carditello unter Drohgebärden der Camorra vor der Verwahrlosung schützte, sondern auch Sarchiapone vor dem Tod bewahrte, ist einem Herzanfall erlegen. Ohne seinen Patron wird es dem Büffel schlecht ergehen, denn männliche Tiere geben keine Milch für den ­berühmten Mozzarella und werden ­geschlachtet.

*** Local Caption *** Bella e perduta, Lost And Beautiful, Pietro Marcello, I, 2015, V'15, Spielfilme
*** Local Caption *** Bella e perduta, Lost And Beautiful, Pietro Marcello, I, 2015, V’15, Spielfilme

Pietro Marcellos Film ist geprägt vom plötzlichen Tod Tommaso Cestrones, ja, den gab es wirklich. „Bella e ­perduta“ war ursprünglich auch als ein Porträt über diesen „Engel von Carditello“ geplant. Was blieb: der ebenfalls reale Büffel ­Sarchiapone und das bisher entstandene ­Material über Cestrones selbstlose Arbeit für die Tiere und gegen den Verfall kampanischen Kulturerbes. Ein Film, bei dem man nicht alles begreifen muss, um zu verstehen.

I 2015, 87 Min., R: Pietro Marcello, D: Tommaso Cestrone, Sergio Vitolo, Gesuino Pittalis

„Bella e perduta“ im Kino