Trinkkultur

Berlin Beer Week 2019

Anlässlich der Berlin Beer Week, dem entdeckungsdurstigsten Bierfestival der Stadt, fünf Thesen zur Berliner Bierkultur

Gutes Bier ist Handwerk: Brauer Ben Owens von Hops & Barley
Foto: Clemens Niedenthal

1. Eigentlich trinken doch eh alle Pils

Zugegeben, im Craft-Beer-Mutterland USA ist „German Pilsener“ aktuell der größte Hype. Ganz New York lechzt dem Vernehmen nach nach Rothaus aus den „Black Forest Mountains“. Unsere liebsten handwerklichen Pilsener aus Berlin: Bantam Pils von Berliner Berg, das listige „Pilz“ von Johannes Heidenpeter und das Reinickendorfer Kellerbier von Motel Beer.

2. Bier ist ein toller Speisenbegleiter

Tatsächlich tauchen in vielen Fine-Dining- Restaurants längst Biere in der Speisenbegleitung auf, so im Nobelhart & Schmutzig, im Eins44 oder im Tulus Lotrek. Wer dieses Thema tiefer erschmecken möchte, dem sei das Food Pairing im BRLO Biergarten empfohlen: fünf Bierstile jeweils mit einem korrespondierenden Lebensmittel, roher Apfel zur Weiße, fermentierter Schwarzer Knoblauch zum Stout. Wo wir schon beim Thema sind: Die Berliner Weiße, der Champagner des Nordens, ist der perfekte Aperitif.

3. Berlin baut auf Bier

Um 1900 war Berlin die Stadt Europas mit der höchsten Dichte an Brauereien. Heute entdecken die Mikrobrauereien, weit vor den Restaurants oder der Clubszene, auch die Ränder der Stadt. BRLO braut im Craft-Zentrum vis-à-vis der Alten Zitadelle in Spandau, Hops & Barley in der Alten Münze Marzahn und  Motel Beer ganz im Norden in Reinickendorf. Gut, in Mariendorf ist der Craft-Beer-Riese Stone Brewing gescheitert. Aber dieses Konzept war halt doch zu groß gedacht.

4. Craft-Beer trinken doch eh nur Touristen

Straßenbräu und Hops & Barley in Friedrichshain, Heidenpeters in der Markthalle Neun oder Berliner Berg in Neukölln: Die meisten Brewbars in Berlin funktionieren tatsächlich als Nachbarschaftskneipe. Gutes, geschmackvolles Bier überzeugt nämlich immer, so lange das mit der Attitüde eben nicht zu albern wird.

5. Wer braucht schon ein Bierfestival?

Die Berlin Beer Week ist keine Biermeile, sie findet dezentral in Bars und Brauereien statt, in denen ganzjährig eine handwerkliche Bierkultur gelebt wird. Ein Festival aus der Szene also.

Die Berlin Beer Week dauert genau genommen zehn Tage ( 19.–28. 7). Am 27. & 28.7. startet das Meta.Festival im Haubentaucher, Revaler Str. 99, Friedrichshain, auf dem sich mehr als 20 europäische Bierfestivals präsentieren. 

Alle Infos: www.berlinbeerweek.de