Titelstory

Berlins Beste

zitty hat sich auf die Suche gemacht nach den skurrilsten, originellsten und erwähnenswertesten Läden, Orten, Produkten und Bewohnern dieser Stadt

Gitarrenbauer

Hier kaufen unter anderem die Gitarristen von Sonic Youth, Tocotronic, Beatsteaks und Element of Crime ihre Instrumente oder lassen sie reparieren. Auch Fil hat sich  seine Klampfe mit dem Schallloch zum Durchgucken bei Deimel Guitarworks machen lassen. Keine industriellen E- und Akustikgitarren, sondern  Unikate mit individueller Seele ab 1.800 Euro verkauft Frank Deimel in seinem Laden.

Deimel Guitarworks, Bautzener Str. 14, Schöneberg, Tel. 782 67 11


Restaurant-Klo

Ein Raumwunder in Gelb.

Yumcha Heroes, Weinbergsweg 8, Friedrichshain, www.yumchaheroes.de


EkelRestaurant

Sie waren lange auf der Pankower Ekelliste, sie sind arrogant bis zum Umfallen, sie können wirklich nichts außer Pizza. Die ist aber wirklich gut.

I Due Forni, Schönhauser Allee 12, Mitte, Tel. 44 01 73 33;


Frischgebrautes Cider

Prickelnd, aromatisch – und sofort ist man wohlig beschwippst.

Hops & Barley, Wühlischstr. 22-23, www.hopsandbarley-berlin.de


Phallussymbol

Für die Entwürfe der Architekten soll ein Baum mit ausladender Krone Pate gestanden haben. Nachdem jetzt aber auch noch Turmkünstler dem klobigen Kopf einen blau-roten Anstrich verpasst haben, sieht er noch mehr aus wie ein dick angeschwollener Pimmel.

Der Bierpinsel, Schloßstraße 17, Steglitz


Park

Grüne Hügel, ein Rosengarten, üppige Staudenbeete, ein Wasserspielplatz, ein Modelboothafen und das Schönste: alles ohne Hundekacke.

Britzer Garten, Sangershauser Weg 1, Britz


Manufaktur

In den renovierten historischen Räumen der Königlichen Porzellan-Manufaktur wird die Kunst der Herstellung auf höchstem Niveau gepflegt – und das seit der Gründung  durch Friedrich den Großen 1763. In der Schauwerkstatt können Interessierte bei der Entstehung der Produkte zusehen, im angeschlossenen Zweite-Wahl-Verkauf die wertvollen Teile zu reduzierten Preisen kaufen.

KPM, Wegelystr. 1, Tiergarten, www.kpm-berlin.de


Eckkneipe

Zugegeben: Auch der Bierpreis spielt eine Rolle. 90 Cent für das kleine Kindl vom Fass. Ein unschlagbares Argument für das Willi Mangler, aber nicht das einzige. Diese Eckkneipe ist ein Relikt aus einer Zeit, als sich an der Theke noch soziale Schichten mischten. Handwerker im Blaumann trinken in der Schöneberger Institution ebenso ihr Feierabendbier wie Schlipsträger auf dem Weg nach Zehlendorf. Studenten und Stammgäste, Ausländer und Deutsche, hetero oder schwul, jeder ist gleichermaßen willkommen. Tagsüber wird Skat gespielt, abends geschwoft. Im Willi hat ein altes Stück Berlin überlebt. Eines, das unter Denkmalschutz gestellt werden sollte.

Willi Mangler, Hauptstr. 57, Schöneberg, Tel. 782 13 20


Kellner

Schlechten Tag gehabt? Miese Laune? Kein Problem für die Ragazzi der Trattoria del Corso. Sie haben eine unschlagbare 4-Punkte-Anti-Frustrations-Taktik entwickelt. 1. Kaum hat man Platz genommen, stehen Olivenöl, Balsamico und ein Korb voll knusprigem Brot auf dem Tisch. 2. Die Kellner wirbeln wie auf Rollschuhen zwischen den Tischen hin und her, verlieren aber auch im größten Stress nie ihre gute Laune. Und die ist verdammt ansteckend. Mit italienischem Macho-Charme bringen sie jeden zum Grinsen. 3. P-I-Z-Z-A. Die beste der Stadt. 4. Noch ein Witz. Noch ein Spruch. Die Wangen der weiblichen Gäste sind rot vom Hauswein und vom Charme der Kellner. Und wenn man denkt, es kann nicht besser werden, kommt, mit einem Zwinkern, die Frage aller Fragen: Grappa, Amaretto oder Sambuca?

Trattoria Del Corso, Hauptstr. 70, Schöneberg, www.trattoriadelcorso.de


Türkischer Supermarkt

Deutsche Supermärkte ähneln sich so sehr, dass der Einkäufer gar nicht merkt, wie langweilig sie sind. Der türkische Supermarkt Öz-Gida zeigt, dass es auch anders geht. Da erinnert der Einkauf an den Gang über den Wochenmarkt, mit all seinen Farben und Verlockungen. Ein Regal nur mit Oliven, ein gutes Dutzend verschiedener Apfelsorten, und an der Fleischtheke bekommt man die Lammkeule so zugeschnitten, wie man sie gerade braucht.

Öz-Gida, Hauptstr. 16, Schöneberg


Schweinshaxe

Die Schweinshaxe im Tegernseer Tönnchen, Vegetarier mögen verzeihen, macht bereits beim Anblick glücklich. Und das Restaurant sieht so herrlich aus der Zeit gefallen aus, dass der Besucher sich ohne Reue über den Fleischberg hermachen kann.

Tegernseer Tönnchen, Berliner Str. 118, Wilmersdorf, Tel. 323 38 27


Haushaltswarengeschäft

Weil es hier von der Schraubenmutter bis zum Nasenhaarschneider einfach alles gibt. Das Personal im Sommermeyer ist freundlich und geduldig. In den Schaufenstern entdeckt man die wunderbarsten Lösungen für Probleme, von denen man bis dahin noch gar nicht wusste, dass es sie gibt.

Sommermeyer, Charlottenstr. 2, Lankwitz, Tel. 774 20 48


Neubau

Schwer zu sagen, was toller ist: die luftige, leicht versetzt angeordnete Fassade aus Glas, oder die scharfkantige Außentreppe aus unverputztem Beton, die in die Galerie Koch, Oberhuber, Wolff  führt. Jedenfalls passt das supermoderne Haus von Architekt Arno Brandlhuber an der Brunnenstraße 9 perfekt zum rauen Charme der Umgebung. Traurig, dass ob der strengen preußentümelnden Berliner Bauvorschriften und ob der mutlosen Bauherren nicht viel mehr Häuser dieser Klasse gebaut werden.

Brunnenstraße 9, Mitte


Beste Gözleme

Knusprig und trotzdem elastisch, hauchzart mit Mehl bestäubt. Bis vor kurzem wurde der Teig noch von Hand geknetet, aber die Maschine macht den Job genauso gut. Zur Auswahl stehen im Imren Grill verschiedene Füllungen: von Halloumikäse über Spinat und Kartoffeln bis zu Hackfleisch. Frisch aus dem Ofen schmecken sie am Besten. Also immer drauf achten, eine Kombination zu wählen, die nicht vorbereitet im Regal liegt. Und immer ein bisschen Zeit mitbringen – die Schlange kann etwas länger werden.

Imren Grill, Boppstr. 4, Kreuzberg


Museumsshop

Großartige Auswahl an Büchern. Witzige und ausgefallene Designgegenstände. Geschenkartikel, die man sonst nirgendwo findet. Gemütliches Café.

Guggenheimmuseum, Unter den Linden 13-15, Mitte, Tel. 202 09 30


Designer-Outlet

Hochwertige Holzschuhe, Stiefel und rustikalen Halbschuhe, ergonomisch und ökologisch korrekt im Berliner Umland gefertigt. Und das alles im einem zeitlosen Design, da tut es auch ein Model aus dem Vorjahr, das deutlich günstiger ist.

Trippen, Köpenicker Str. 187-188, Kreuzberg


U-Bahnhof

Und plötzlich wähnt man sich in einer anderen Stadt, nicht im Berlin der müden Gesichter und der Backbuden mit Vanillearoma, sondern in einer Metropole der Politik. Brüssel, EU, ach, was, UN, New York! So zahlreich sind die Polizisten, so sauber die Böden, so absolut zukunftszugewandt gestaltet die acht Meter hohen Säulen der U-Bahnstation Bundestag, die noch keine zwei Jahre alt ist. Aber es ist dann doch Berlin, wie eine Station weiter die Aufnahmen von historischen Wendepunkten in der Geschichte der Stadt auf den anthrazitfarbenen Wänden des Bahnhofs Brandenburger Tor zeigen. Fotos von Kriegen, Kriegern und Revolutionären füllen recht sinnstiftend die Zeit des Wartens auf die Kurzbahn zurück – die kleine U 55 verkehrt auch werktags nur alle zehn Minuten.

U 55 Bundestag, Willy-Brandt-Straße, Mitte


Guacamole

Die Teller sind abgestoßen, der Service wortkarg, in irgendeinem Stadtführer muss das Maria Bonita mittlerweile stehen, anders sind die Hipsterhorden nicht zu erklären, die vor allem an Sommertagen den kleinen mexikanischen Imbiss umschwärmen. Aber: Es lohnt sich trotzdem, allein schon wegen der Guacamole. Da tanzen Limetten- und Koriandernoten über den Gaumen.

Maria Bonita, Danziger Str. 33, Prenzlauer Berg, www.lasmarias.de


Buchladen

Es gibt internationale Literatur, deutsch- und englischsprachige Neuheiten und Klassiker, Bildbände, Berlin-Bücher, Yoga-, Koch-, und Kinderbücher. Dazu Kaffee und Tipps von Eleni Efthimion und Susan Pfannstiel, die das LeseGlück seit 2007 betreiben. Für Kundschaft organisieren sie außerdem Lesungen, private Filmabende und einmal pro Monat ein Bookdinner.

LeseGlück, Ohlauer Str. 38, Kreuzberg, www.leseglueck-berlin.de


Grillplatz für Familien

Mit Spielplatz, schön schattig, ohne Hunde.

Am nordwestlichen Ende des Mauerparks, Gleimstraße, Prenzlauer Berg


Frischfischtheke

Bei den Krawallen zur Räumung der Liebigstraße 14 ging auch hier die Glasfront zu Bruch. Als Tempel der Besseresser ist das riesige Feinkostgeschäft Gentrifizierungsgegnern offensichtlich ein Dorn im Auge. Was ein Blödsinn ist: Das schnieke Ambiente muss man nicht mögen, aber hier gibt es definitiv den frischesten Fisch in der größten Auswahl zu den besten Preisen. Punkt.

Frischeparadies Lindenburg, Hermann-Blankenstein-Str. 48, Prenzlauer Berg und Morsestr. 2, Charlottenburg, www.frischeparadies.de


Haselnussgeist

Der Laie erkennt im Duft einen Hauch von Schokoaufstrich, der Kenner ein Spiel der Haselnussaromen mit feinsten Röstnoten, unterlegt mit etwas Schokolade. Und wer es mit Nüssen nicht so hat, der bestellt einfach einen der anderen ausgewählten Geister.

Restaurant Nansen, Maybachufer 39, Neukölln, Tel. 66 30 14 38


Raststätte

Die melancholischste Autobahnraststätte der Stadt liegt vor deren Toren, am ehemaligen Grenzübergang bei Heiligensee. Uferlos wirkt das Areal, an dem einst Polizisten die Lastkraftwagen filzten, und drumherum erstreckt sich nichts als Heide mit mickrigen Kiefern. Das Motel steckt noch im Rohbau. Die Raststätte Stolper Heide ist der letzte große Halt auf der Autobahn 111 vor oder hinter Berlin. Aus beiden Fahrtrichtungen führen Abzweige auf denselben Parkplatz östlich der Trasse. Wo der Blick nirgendwo hängen bleiben kann, lässt sich gut Abschied nehmen von dem, woher man kommt. Und fällt er zu schwer, kann man, der doppelten Zu- und Abfahrt sei Dank, einfach auf der entgegen gesetzten Fahrbahn zurückfahren.

Stolper Heide, A 111 Richtung Hamburg, erste Raststätte hinter der Stadtgrenze


Kiffplatz

Ein altes, vor sich hinrostendes Riesenrad, ehemalige Schieß- und Zuckerwatte-Buden dem Verfall preisgegeben und davor riesige umgefallene Plastik-Dinosaurier. Wo früher ein Vergnügungspark war, wo Fahrgeschäfte und Budenzauber blühendes Leben verströmten, sieht es heute so aus, als läge hier der Spaß begraben: Der Plänterwald ist auch ohne Drogen ein entrückend verwunschener Ort zwischen „Alice im Wunderland“ und „I am Legend“.

Plänterwald, zwischen Alt-Treptow und Baumschulenweg


Klarinettenlehrer

Er ist Saxophonist und Manager bei Funk Delicious, er ist Pädagoge und Dozent an der Hochschule für Musik „Hans Eisler“ und er leitet die Freie Schule für Musik. „Viel wichtiger aber ist, dass er nie böse wird, wenn ich nicht geübt habe, dass er immer die Ruhe behält“, so eine Schülerin. Und dass er oft „Das klappt doch schon ganz gut“ sagt. Torsten Punkt kann super mit Kindern umgehen und lässt nicht nur Tonleitern üben, sondern spielt mit ihnen zusammen Duette. Er selbst sieht sich wohl eher als Musiker und Bandmanager. „Aber für mich“, so die Schülerin, „ist er der beste Lehrer, den ich je hatte.“

Torsten Punkt, Freie Schule für Musik, Straße am Flugplatz 6a, Köpenick, www.fsfm.de


Fotofachverkäufer

Er heißt gar nicht Günther. Obwohl über seinem Laden der Name Foto Video Günther prangt. Doch als Klaus Scheider das Geschäft 1964 nach einer Lehre zum Fotofachverkäufer übernahm, hatte er kein Geld, also hat er den Namen einfach stehen lassen. Seit mehr als 46 Jahren berät er seine Kundschaft und ist immer auf dem aktuellen technischen Stand. „Ich habe das einfach von der Pike auf gelernt und bin immer am Ball geblieben“, sagt er. Der Umsatz ist nicht mehr so wie früher, und dabei machen Scheider weniger die Großmärkte zu schaffen als das Internet mit seinen unschlagbar niedrigen Preisen. Aber die hochkompetente Beratung, die bekommt man im Netz nicht.

Foto Video Günther, Karl-Marx-Str. 192, Neukölln, www.foto-video-guenther.de


Stück Fleisch

Im Filetstück ist die  Hochrippe vom Pommerschen Rind schön marmoriert dank ursprünglicher Viehhaltung und Verzicht auf schnell wachsende Rinderrassen. Sie ist sehr zart, schrumpft nicht in der Pfanne und verliert auch nach dem Braten keinen Fleischsaft. Das verdankt es der siebenwöchigen Trockenreifung, bei der das Fleisch über 20 Prozent seines Gewichts verliert. Denn bei normaler Reifung im Vakuumbeutel liegt das Fleisch im eigenen Saft und nimmt einen metallischen Blutgeschmack an. Wer diesen Unterschied einmal geschmeckt hat, für den gibt es kein Zurück mehr zur industriellen Massenware. Und bei einem Preis von vier Euro für 100 Gramm führt das unweigerlich noch zu einem weiteren positiven Effekt: Man isst bewusster und vor allem weniger Fleisch.

Filetstück, Schönhauser Allee 45, Prenzlauer Berg, www.filetstueck-berlin.de


Rosinenschnecke

Knusprig, buttrig, saftig – so wie eine Rosinenschnecke eben schmecken soll.

Galeries Lafayette, Friedrichstr. 76-78, Mitte


Bier

Im denkmalgeschützen Sudhaus der ehemaligen Kindlbrauerei braut Wilko Bereit seit 2009 ein Bier, das beste Zutaten mit handwerklicher Perfektion verbindet. Acht bis neun Tage lang gärt das Rollberg Bier, doppelt so lange wie herkömmliche Biere, es ist weder pasteurisiert noch filtriert, und bis zu fünf Sorten Bio-Malz sorgen für einen einzigartig reichen Geschmack.

Rollberg Bier, Werbellinstr. 50, Neukölln, www.rollberger.de


Soul- und Sixties-Schallplatten

Keine Frage: Im Recordstore Berlin findet der Vinyl-Liebhaber das, was er sucht. Meistens findet er aber sehr viel mehr. Das wirklich tolle Weihnachtsalbum von Booker T. &The MGs? Gibt’s. Seltene Sampler von Newport Folk Festival, auf denen Bob Dylan erstmals eine E-Gitarre anspielte? Gab’s – nach einigen Tagen waren sie weg. Besucher sollten viel Zeit mitbringen, außerdem ein offenes Ohr, weil Torsten, der Mann hinter Tresen, einiges zu erzählen hat. Leider mittlerweile geschlossen.

Recordstore Berlin, Brunnenstr. 186, Mitte, www.recordstoreberlin.com


Kugel Eis

Rund 20 Sorten hat die kleine und ganz fabelhafte Eisdiele Vanille & Marille im Programm, manche nur für kurze Zeit und je nach Saison, manche das ganze Jahr über. Gott sei Dank gehört die Caramel Beurre salé in letztere Gruppe. Die leichte Salznote sorgt für einen überraschenden Kitzel in dem cremigen Karamellgeschmack, den man den ganzen Sommer lang nicht vergisst. (Wiedereröffnung am 15. März)

Caramel Beurre Salé im Vanille & Marille, Hagelberger Str. 1, Kreuzberg, www.vanille-marille.de


Schreibwarenladen

Vom Schulheft bis zum exklusiven Silberfüller – großes, gut sortiertes Angebot und eine angenehm anachronistische Dichte an versiertem Personal.

Schmidt Hagius, Schloßstr. 30, Steglitz, Tel. 791 14 19


Espresso

Zahllose Preise bei Barista-Meisterschaften sind der eine Beleg, der hohe Kundenzuspruch des fast ständig vollen kleinen Ladens ein weiterer. Nicht nur Berlinale-Chef Dieter Koslick ist ein Fan dieses feinen Aromas mit Tigerstreifen und der richtigen Menge Crema. Im DoubleEye werden diverse Espresso-Sorten offriert, auch selbstgeröstete, ausgeschenkt wird wöchentlich wechselnd eine „kräftige“ und eine „milde“ für ein Euro pro Tasse.

DoubleEye, Akazienstraße 22, Schöneberg, www.doubleeye.de


Leberkassemmel

Klar, wer in dieser Stadt allzu offensiv nach süddeutschen oder alpenländischen Spezialitäten fragt, macht sich ganz schnell Feinde. Deshalb sei es hier nur geflüstert: Gentrifizierung kann ganz schön lecker sein. Mit dem sogenannten „Fleischkäse“, der in dieser Stadt vor allem in den hinteren Winkeln von Bahnhofs-Ladenzeilen feilgeboten wird, hat der Leberkas in der Meierei nichts gemein. Saftig ist er, aber nicht nass. Von angenehmer Konsistenz und nicht zu salzig. Am besten in der Semmel zu konsumieren, angereichert mit süßem Senf.

Meierei, Kollwitzstr. 42, Prenzlauer Berg, www.meierei.net


Schwimmbad

Das Stadtbad Lankwitz ist recht weit ab vom Schuss, aber dafür so gut ausgestattet wie derzeit kein anderes Berliner Schwimmbad: 25-Meter-Becken zum sportlichen Bahnenschwimmen, Whirlpools und Saunen zum Entspannen, Drei-Meter-Brett und 60-Meter-Röhrenrutsche zum Unsinn machen. Da zahlt man doch gerne die zwei Euro, die der Eintritt bei drei Stunden Aufenthalt teurer ist, als bei einem Standardbad der Bäderbetriebe.

Stadtbad Lankwitz, Leonorenstr. 39, Tel. 77 13 04 12


Dauerausstellung

Die Nationalgalerie wird dieser Tage 150 Jahre alt. Ihr Jubiläum feiert sie mit großen Sonderausstellungen in der Alten Nationalgalerie an der Museumsinsel und der Neuen Nationalgalerie an der Potsdamer Straße. Den besten Einblick in ihre großen Depots gibt jedoch die Dauerausstellung „Moderne Zeiten. Die Sammlung. 1900-1945“ im neuen Haus. Erstmals zeigt das Museum Exponate, die in den Sammlungen Ost und West getrennt lagerten, nun gemeinsam und benennt zudem mit Fotoreproduktionen die Lücken, die der nationalsozialistische Bildersturm in die Bestände riss.

Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str. 50, Tiergarten, neue-nationalgalerie.de


Extremsport

Drachen steigen lassen ist etwas für Kinder? Aber nicht wenn das Fluggerät eine lenkbare Matte mit acht bis zwölf Quadratmetern Fläche ist. Dann nehmen schon kleinere Böen den Sportler am Ende der Drachenschnüre meterhoch mit in die Luft. Profis schnallen sich dazu ein Rollbrett namens Allterrainboard unter die Füße und rasen, unterbrochen von spektakulären Sprüngen, mit ihrem Kite hinterher – quer über das Flugfeld Tempelhof. Das ist für das Kitelandboarding nämlich ziemlich ideal. Die weite Ebene sorgt für verdammt gute Windbedingungen, und Anfänger können auch einfach auf dem Hosenboden über das stein- und hindernisfreie Grün schießen.

Kitelandboarding, Flugfeld Tempelhof


Törtchen

Zweierlei Mousse au Chocolat aus Guanaja-Kuvertüre liegen auf einer Curd aus Passionsfruchtsaft, Ei und Butter, die in Schokoladen-Mandel-Mürbeteig gebettet ist. Der Clou ist die Schokoladen-Knall-Brause im Guanaja-Mousse, die im Mund das Bitzeln anfängt. Duett von der Guanaja-Schokolade mit Passionsfrucht-Curd in der

Werkstatt der Süße, Husemannstr. 25, Prenzlauer Berg, Tel. 32 59 01 57


Ort zum Resteficken

Im KitKatClub propagieren SM-Häschen und Lack&Leder-Mäuschen das sexuell freizügige Hedonistenleben. Bester Zeitpunkt für unverbindliche Bekanntschaften: Sonntag, fünf Uhr morgens.

KitKatClub, Köpenicker Str. 76, Mitte, www.kitkatclub.org


Billigbücher

An der Ecke Grünberger/Gärtnerstraße steht ein Stand mit einer Riesenauswahl. Mängelexemplare, deren Mängel für den Laien einfach nicht zu finden sind – frei von Kaffeetassenrändern und Eselsohren.

Remittenden-Stand auf dem Boxi Flohmarkt, Boxhagener Platz, Friedrichshain


Modeblog

Mit Liebe zum Gegenstand und mit ständig wachsendem Fachwissen informiert Jessica Weiß über alles, was in der Modeszene los ist.

www.lesmads.de