Radler in Gefahr

Berlins gefährlichste Radwege

Im Februar beschloss der Senat, dass Berlin ein Mobilitäts- und Radgesetz bekommen wird. Das ist auch dringend nötig.

ZITTY hat zehn zentrale Berliner Strecken mit dem Rad auf die Sicherheit getestet. Ein Bericht aus den Gefahrenzonen der Stadt Es ist ein Durchbruch, ein Meilenstein. Vor allem aber ist es: ein Anfang. Im Februar beschloss der Berliner Senat den Entwurf des deutschlandweit ersten Mobilitätsgesetzes. Nahezu alle Ziele des Volksentscheids Fahrrad finden sich darin wieder. Vor allem geht es dabei um den Ausbau der Radwege an den Hauptstraßen. Um mehr Sicherheit zu schaffen, die ihrerseits mehr Menschen ermutigen soll, sich auf neuen Radwegen durch die Stadt zu bewegen. Nicht nur die perspektivische Klimaneutralität des Verkehrs in Berlin bis 2050 spielt dabei eine Rolle, auch soll die Zahl der Unfallopfer langfristig auf ein Minimum reduziert werden („Vision Zero“). Dieses Ziel darf nicht aus den Augen verloren werden, denn derzeit wächst die Zahl der in Berlin fahrenden Autos durch den Zuzug von Neuberlinern um rund 17.000 jährlich.

Die gerade veröffentlichte Unfallstatistik 2017 zeigt die dringende Notwendigkeit, die „Vision Zero“ auch gesetzlich zu verankern – denn auch, wenn die Zahl der Radunfälle gegenüber dem Vorjahr zurückging, stieg die Zahl der schwer verletzten Opfer von Radunfällen. 665 Radfahrer wurden schwer verletzt – 34 mehr als im Vorjahr. Mit 404 Opfern verunglückten zudem deutlich mehr Kinder auf dem Fahrrad als 2016 (381).

Neun Radfahrerinnen und Radfahrer starben, drei der Opfer wurden von rechtsabbiegenden LKW erfasst. Die mit 1.500 Vorkommnissen häufigste Ursache für Radunfälle ist fehlerhaftes Abbiegen von Autofahrern.

Der Radweg in der Badstraße
Foto: Lena Ganssmann

Um der „Vision Zero“ näherzukommen, sind zwei der wichtigsten Maßnahmen die Umgestaltung gefährlicher Kreuzungen und Knotenpunkte, sowie die sichere Gestaltung von Radverkehrsanlagen an Hauptverkehrsstraßen. Jährlich sollen so bis zu 30 unfallträchtige Verkehrsknotenpunkte für Radler entschärft werden.

Das ist auch dringend nötig. Denn wer in Berlin auf dem Fahrrad unterwegs ist, findet sich auf vielen wichtigen Strecken im Abseits – wenn nicht in Lebensgefahr – wieder. ZITTY hat zehn gefährliche Strecken getestet, an denen sich die Situation für Radfahrer so schnell wie möglich ändern muss.


Charlottenburg

Masurenalle, Messedamm am ICC/ ZOB, Neue Kantstraße, Kantstraße

Wer mit dem Fahrrad vom Teufelsberg-Ausflug oder vom Hertha-Spiel zurückkommt, weiß, dass an dieser Stelle mit der Erholung Schluss ist: Der von der Masurenallee Herabradelnde muss alle Sinne beisammen haben, um an ihrem Ende die Kreuzung des Messedamms und die Fortsetzung der Allee in die Neue Kantstraße unbeschadet zu überstehen. Einen kleinen Kreuzungsabschnitt, auf dem Autofahrer rechts zur Autobahn Gas geben wollen, darf man noch sicher über einen Radstreifen überqueren. Dann aber steht eine kleine schrägstehende Fahrradampel einsam auf einer kleinen Verkehrsinsel, die Radfahrende, wenn sie sich denn ein Herz gefasst haben und ihre Räder nicht für den Umweg durch die Unterführung schultern, ziemlich schnell und ohne weitere Ampelhilfe überqueren müssen.

Weiter geht’s mit dem nächsten Abenteuer: dem Ritt auf der Kantstraße.

Die Neue Kantstraße und die Kantstraße sind auf ihren rund zehn Kilometern komplett frei von Radverkehrsanlagen. Während es auf dem oberen Teil, der Neuen Kantstraße, eher nur unangenehm ist, sich mit vielen Bussen, Schnellbussen und Metrobussen die Strecke zu teilen, wird es auf der Kantstraße dramatisch. Hier gibt es viel Lieferverkehr, darunter gefährlich manövrierende Food-Kurierdienste auf zwei Rädern, aber auch viele private Autofahrer, die gern mal kurz – oder auch länger – in der zweiten Reihe halten oder gar parken.

Eine Alternative zur Kantstraße gibt es nicht. Der Weg entlang der S-Bahn-Strecke südlich der Kantstraße scheidet wegen des Kopfsteinpflasters aus, genauso wie die vielbefahrene Busspur auf dem Ku’damm.


Friedrichshain

Kynaststraße, Warschauer Straße

Wer auf dem Fahrrad unterwegs ist und in die obere Kynaststraße in Richtung Stralau abbiegt, bekommt ein Problem. Die Straße steigt steil an, Autofahrer können meist nicht überholen, denn der Verkehr auf der Gegenfahrbahn steht oft still. Folge: Es wird gedrängelt, gehupt und Radfahrer werden gefährlich nahe überholt.

In der Gegenrichtung gibt es einen 4,50 Meter breiten Gehweg, der nicht von Radlern benutzt werden darf, es aber ständig wird, womit die Gefährdungen an Fußgänger weitergereicht werden. Das Kiezforum Rummelsburger Bucht setzt sich für die Erweiterung des vorhandenen Radwegs ein, sodass er in beiden Richtungen befahren werden kann. Die Situation in der Kynaststraße hat 2016 beim Berliner Fahrradpreis den Preis „Rote Warnweste“ bekommen. Die „Auszeichnung“ wird für unlogische und gefährliche Stellen für Radfahrer vergeben. Eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht.

Ein paar hundert Meter entfernt von hier, auf der Warschauer Straße, hatte man im vergangenen Jahr einiges zugunsten des Fahrradverkehrs getan: In beiden Fahrtrichtungen wurden markierte Schutzstreifen und 400 neue Fahrradbügel angelegt, außerdem an den Gehwegrändern Lieferzonen eingerichtet. So weit, so gut. Allerdings waren die realisierten Pläne bereits 2017 völlig veraltet: Mit 1,50 Metern sind die Schutzstreifen nicht breit genug für den wachsenden Radverkehr. Außerdem sind die ersten Markierungen schon wieder abgefahren, ohne erneuert worden zu sein. Eine dem Radverkehrs­aufkommen entsprechende Lösung? Nicht in Sicht.


Kreuzberg

Kottbusser Straße und Kottbusser Damm, Oranienstraße

Kottbusser Damm
dramatische Szenen am Kottbusser Damm
Foto: Lena Ganssmann

Vom Kottbusser Tor kommend in Richtung Hermannplatz, direkt am Ende der Kottbusser Brücke, blicken Radler vom hier endenden Fahrradstreifen nicht nur auf eine vor ihnen parkende Autoreihe. Rechts neben ihnen geht es auch zum Planufer sowie in die Graefestraße. Rechts abbiegende Autos nehmen hier geradeaus fahrenden Radlern – als sei es das Selbstverständlichste der Welt – regelmäßig die Vorfahrt.

Wer es schafft, sich hier trotzdem in den fließenden Verkehr einzufädeln und auf dem Kottbusser Damm weiterzuradeln, wird durch in zweiter Reihe parkende Autos nicht nur stetig ausgebremst, sondern beim Umqueren immer wieder aufs Neue in Gefahr gebracht. Immerhin: Verbesserungen sind vorgesehen – irgendwann nach 2019.

Auf den ersten Blick sehr viel ungefährlicher wirkt die deutlich schmalere Oranienstraße etwas weiter weg von hier, im Zentrum des alten 36er-Kiezes. Doch der Schein trügt. Denn obwohl es für Autofahrer an dieser Stelle zu Geschäftszeiten verboten ist, am Straßenrand zu parken, hält sich nicht nur niemand an diese Vorgabe. Autofahrer stehen auf beiden Straßenseiten eigentlich permanent in zweiter Reihe – ohne dass auf der Oranienstraße erkennbar abgeschleppt wird. Mit dem Resultat, dass sowohl Radfahrende als auch der M29, ein Doppeldeckerbus, sich slalomfahrend vorwärtskämpfen. Der Bezirk, so heißt es, habe die Verbesserung der Situation als Priorität auf seinen Radverkehrsplan gesetzt. Mal schauen, wann hier was passiert.


Mitte

Rosenthaler Platz, Weinmeisterstraße, Brunnenstraße, Invalidenstraße

Tramschienen
von Touristen unbeachtete Gefahrenquelle: Die Tramschienen
Foto: Lena Ganssmann

Dass die den Rosenthaler Platz passierende Torstraße vierspurig und ohne Radweg ist – okay. Zum Großteil wird der Radverkehr von der parallel laufenden Linienstraße, einer ausgewiesenen Fahrradstraße, aufgefangen. Wer aber mit dem Rad von der Torstraße am Rosenthaler Platz rechts in den Weinbergsweg einbiegen möchte, muss auf einen – permanent von Touristen bevölkerten – markierten Radstreifen, der direkt vor einem Hostel endet. Also rauf auf die schmale Straße (Achtung Tramschienen!) und nicht zu schreckhaft sein: Die Tram kommt Radlern auf dem Weinbergsweg sehr, sehr nahe. Das Fahren auf dem schmalen Gehweg verbietet sich von selbst, ginge aber wegen der vielen aufgestellten Restaurant- und Café-Möbel ohnehin nicht.

 

Rosenthaler Platz
auf dem Rosenthaler Platz kommt alles zusammen. Autos von allen Seiten, die Tram und dazwischen die Radfahrer
Foto: Lena Ganssmann

Von der Torstraße kommend ist auch die Weiterfahrt nach Norden über die Brunnenstraße alles andere als angenehm – hier sind Radfahrer eingequetscht zwischen parkenden Autos, Straßenbahnschienen, einer Dauer- und mehreren kleinen Baustellen. Schon bei der Einfahrt in die Brunnenstraße haben sie keinen Platz, da das Halteverbot am rechten Fahrbahnrand konsequent ignoriert wird. Wer vom nördlichen Ende kommt und die Brunnenstraße nach rechts verlassen will, um in die Invalidenstraße einzubiegen, muss auf seine Gesundheit besonders acht geben: Die Eckbaustelle drängt Radfahrende geradezu auf ein Tramschienengeflecht, das man nicht überblicken kann. Während man auf dem Rad noch Orientierung zwischen Schienen und Baustelle sucht, drängen die Autos Rad und Fahrer in Richtung Bauzaun. Eine höchst bedrohliche Erfahrung.


Neukölln

Hermannplatz, Hermannstraße, Sonnenallee

Fahrradweg am Hermannplatz
zu schmal und von Fahrrädern zugeparkt – der Fahrradweg am Hermannplatz
Foto: Lena Ganssmann

Der Hermannplatz ist jedes Jahr immer wieder Unfallschwerpunkt. Radfahrende werden hier auf viel zu schmale, aber benutzungspflichtige Radwege gezwungen – obwohl diese teils nur 45 Zentimeter breit, durch Metallabsperrungen begrenzt und oft obendrein durch angekettete Räder verengt werden. Rechtsabbieger in die Sonnenallee nehmen Radfahrern häufig die Vorfahrt. Außerdem gibt es hier immer wieder Rotlichtverstöße und Geschwindigkeitsübertretungen.

Eine Lösung, die sich der ADFC wünscht und die bereits seit Jahren diskutiert, aber bislang nicht umgesetzt wird, wäre, eine Seite des Platzes für den Autoverkehr dichtzumachen, um Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.
Auch die vom Hermannplatz abgehenden großen Magistralen Sonnenallee und Hermannstraße bergen für Radfahrende erhebliche Risiken, wie das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln seit Jahren beklagt: Aus Angst vor dem hier äußerst dichten motorisierten Verkehr – Radwege gibt es nicht, dafür aber umso mehr Zweite-Reihe-Parker – würden sich viele Neuköllner gar nicht erst aufs Fahrrad setzen.

Radweg am Kottbusser Damm
in Richtung Kottbusser Tor findet der Radweg ein jähes Ende
Foto: Lena Ganssmann

Auch das kurze Stück Fahrradstraße in der Weserstraße parallel zur Sonnenallee hilft noch nicht wirklich weiter. Bis 2019 soll die auf der anderen Seite der Sonnenallee ebenfalls parallel laufende Donaustraße einen Radweg bekommen. Zudem wird das Weigand­ufer komplett zur Fahrradstraße. Trotzdem, so der AFDC Berlin, führe um Radverkehrsanlagen an der Sonnenallee kein Weg herum.


Prenzlauer Berg

Straßenkreuzung um U-Bahnhof Eberswalder Straße, Danziger Straße

Ein Paradebeispiel aus post-sozialistischer Nicht-Verkehrsplanung: Zwischen tosendem Verkehr, zahllosen Tramschienen, begeistert Coffee-to-go-schlürfenden und aufs Smartphone starrenden Passanten findet der Fahrradfahrende an dieser Multikreuzung zwar ein paar Strichmarkierungen zur groben Orientierung auf der Fahrbahn. Besser aber scheint es, bei zu hohem Verkehrsaufkommen einfach abzusteigen und zu schieben. Denn vor allem Ortsunkundige, aber auch viele schnelle Autofahrer entlang der zahllosen Umlaufgitter sind eine Gefahr für jeden Radler. Soll aber alles verbessert werden.

Irgendwann. Ebenso wie auf der Danziger Straße. Seit zehn Jahren wird geplant, diese Straße für Radfahrer sicherer zu machen. Auch die Abbiegesituation ist für Radfahrende – besonders aufgrund des starken LKW-Verkehrs – an den zahlreichen Querstraßen übel.


Schöneberg

Kaiser Wilhelm-Platz, Hauptstraße

Radweg am Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöneberg
Radweg am Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöneberg
Foto: Lena Ganssmann

Es war der erste tödliche Radunfall in Berlin in diesem Jahr. Eine Radfahrerin wurde von einem rechts abbiegenden Lastwagen erfasst und war sofort tot. Sie starb am Kaiser-Wilhelm-Platz, als sie von der Kolonnenstraße kommend nach links in die Hauptstraße abbiegen wollte. Inzwischen ist dort zwar ein roter Radfahrstreifen markiert, dieser wird von Autofahrern jedoch konsequent ignoriert. Hier muss eine bauliche Trennung her, fordern die Radfahrverbände.

Nur 20 Meter davon entfernt findet sich eine zweite unfallträchtige Stelle: auf der Hauptstraße direkt an der Bushaltestelle vor der Kaiser-Wilhelm-Passage wird auf einem kleinen Schildchen angezeigt, dass der Radfahrende Richtung Dudenstraße nun rechts auf ein kleines Stückchen Radweg – optisch nicht vom Fußgängerweg zu unterscheiden – wechseln soll. Funktioniert in der Praxis allerdings nicht. Experten urteilen ohnehin, dass man es dringend vermeiden solle, Fußgänger und Radfahrer plötzlich in einen Mischverkehr zu leiten.

Doch auch die Strecke links und rechts von diesen Orten, die Hauptstraße zwischen Dominicusstraße und Kurfürstenstraße, ist für Radler ein Desaster: Der starke Liefer-, aber auch der private Autoverkehr sorgen durch Falschparken permanent für Gefahrensituationen.

Kleistpark
am Kleistpark
Foto: Lena Ganssmann

Aktuell wird das Fehlen von Fahrradwegen und -streifen durch eine irrwitzige Baustelle am Kleistpark noch deutlich verschlechtert. Radler, die die Kreuzung passieren wollen, sehen sich mitunter gezwungen, abzusteigen und auf den Gehweg zu wechseln: Kurz vor Beginn der Grunewaldstraße sind beide nach Süden laufenden Fahrspuren gesperrt. Der einzige Weg führt auf eine der richtungsgeänderten, gegenüberliegenden Spuren, die natürlich alle motorisierten Teilnehmer ohne Tempominderung in Anspruch nehmen.


Tempelhof

Tempelhofer Damm zwischen Alt-Tempelhof und Alt-Mariendorf

Der Tempelhofer Damm – Teil der die Bundesstraße 96 – ist eine der wichtigen Verbindungsstrecken in Berlin. Entsprechend hoch ist das Aufkommen an PKW, LKW und Bussen. An Radfahrern, die sich in Ermangelung von Alternativrouten trauen, auf der zwischen Alt-Tempelhof und Alt-Mariendorf radwegelosen Strecke zu fahren, wird gnadenlos und hautnah vorbeigerauscht.

Als an dieser Stelle vor zehn Jahren ein 14-jähriges Mädchen von einem LKW-Anhänger erfasst wurde und starb, war die Anteilnahme riesig. Verbessert hat sich an der fatalen Situation für Radfahrer seitdem trotzdem nichts. Obwohl der Bezirk doch hier längst geschützte Radspuren beschlossen hat.


Tiergarten

Kreuzung Bachstraße/Straße des 17. Juni, Alt-Moabit entlang des Kleinen Tiergartens

Wo die Bachstraße in die Straße des 17. Juni mündet, können Autos nebeneinander nach rechts abbiegen. Dem links Fahrenden ist dabei die Sicht verdeckt. So kommt es regelmäßig zu Unfällen mit geradeaus fahrenden Radlern, die Vorfahrt haben: Obwohl sie sich regelkonform verhalten, werden sie nicht gesehen. Nach Ansicht des ADFC Berlin eine exemplarisch gefährliche Situation – nicht nur für die vielen Studenten, die hier radelnd zur TU Berlin wollen. Trotzdem ist eine Verbesserung der Situation auf absehbare Zeit genauso wenig geplant, wie in ähnlichen Gefahrenzonen etwa an der Grunerstraße/Ecke Karl-Marx-Allee oder An der Urania.

Nur wenige Kilometer von hier riskieren Radler aber auch in der Straße Alt-Moabit entlang des Kleinen Tiergartens Gesundheit und Leben. Auf der Höhe des U-Bahnhofs Turmstraße müssen Fahrradfahrer auf dem Radstreifen ständig in Alarmbereitschaft sein: Permanent befinden sie sich hier im Rangierbereich von Ein- und Ausparkern sowie verkehrswidrigen Zweite­-Reihe-Parkern. Lieferverkehr, Busse und LKW drängen Radler oft gefährlich nahe an die am Straßenrand parkenden Autos, wo Türen aufgehen. Lösungen für diese unhaltbaren Situationen sind noch nicht geplant.


Wedding

Prinzenallee/Ecke Badstraße, Müllerstraße nach Norden Richtung U-Bahnhof Seestraße

In der Badstraße
Foto: Lena Ganssmann

Der Radstreifen auf der Prinzenallee ist regelmäßig konsequent von Autos zugestellt. Viel zu befürchten haben die Leute, die hier mit ihren Wagen halten, offensichtlich nicht: Aus dem Halten wird oft auch längerfristiges Parken. Radler, die von der Prinzenallee kommend rechts in die Badstraße einbiegen wollen, werden anfangs noch mit Fahrbahnmarkierungen über die große Kreuzung geleitet – bis sich die Markierungen in Luft auflösen. Dann landet man hinter parkenden Autos auf einer viel befahrenen Straße, die frei von Radverkehrsanlagen ist. Eine Verbesserung dieses Desasters ist nicht in Sicht.

Aber auch auf der Weddinger Müllerstraße müssen Radler todesmutig sein, um sich ins Getümmel zu stürzen. Oder sie weichen, wie oft zu beobachten ist, auf den durch Baustellen ohnehin arg verengten Gehweg aus. Damit werden die Fußgänger in das Verkehrsdilemma mit hineingezogen. Radwege oder -streifen gibt es hier nicht. Die vierspurige, viel befahrene Straße wird intensiv vom LKW- und Lieferverkehr genutzt, wobei vor allem letzterer dreist und verkehrswidrig hält, wo es ihm gerade passt. Aber das kennen wir ja schon zur Genüge.


Berlins härteste Fahrradstrecken