Boxerdrama

Bleed For This

Grandios umgesetztes Drama über das Comeback eines Boxers nach einem Genickbruch

Foto: Sony Pictures

Das unglaublichste Comeback der Box­geschichte gelang dem Italoamerikaner Vincenzo Pazienza 1992 mit seinem Sieg im Mittelgewicht über Luis ­Santana, nachdem er sich 13 Monate zuvor bei ­einem Autounfall das Genick gebrochen hatte. Wie ihm der Neustart gelang, zeigt dieses in nahezu jeder Hinsicht  – Kamera, Schnitt, Ausstattung, Soundtrack – perfekt von Ben Younger in Szene gesetzte Filmdrama.
Miles Teller, der bereits als Schlagzeuger in „Whiplash“ einen Mann mit enormer Leidensfähigkeit verkörpert hat, ist hier als obsessiver Kampfsportler mit großem Talent, Temperament und Schwächen (Glückspielsucht, große Klappe) zu ­sehen. Überragend ist Aaron Eckhart mit Halbglatze und Wampe als Trainer­legende ­Kevin Rooney, der Mike Tyson in Hochform gebracht hatte und dann dem Alkohol verfiel, bis die Zusammenarbeit mit Pazienza auch ihm zu einem Comeback verhalf. Eindrucksvoll auch Ciarán Hinds als starrsinniger Vater des Boxers. Die ­Vater-Sohn-Beziehung ist das große Nebenthema, einmal mehr wird weit­gehend klischeefrei der Mythos vom Amerikanischen Traum heraufbeschworen.
Die Kampfsequenzen sorgen für erhöhten Blutdruck, ergänzt durch hochemotionale narrative Sequenzen. Vince Pazienza selbst soll in Tränen ausgebrochen sein, als er sein Kinoporträt das erste Mal gesehen hat. 

Text: Ralph Umard

Bleed For This USA 2017, 117 Min., D: Miles Teller, Aaron Eckhart, Katey Sagal, Ciarán Hinds, Ted Levine

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