Brandenburg

Brandenburger Designtage 2013

Brandenburg zeichnet die Kreativen des Landes aus. Die Szene zeigt sich immer selbstbewusster.
Zum Beispiel bei den Designtagen vom 20.-24. November in Potsdam

Er könnte einer der Preisträger sein: Franz Dietrich. Der 29-Jährige  gründete in Potsdam die Möbeldesignschmiede Rejon. Das Systemregal „Valter“ gefiel den Juroren, wie überhaupt das Konzept hinter Rejon. Rejon, das klingt weltgewandt, nach internationaler Ausrichtung. Doch genau genommen ist das Gegenteil richtig. Rejon ist brandenburgisch und bedeutet Region. Das Motto: „Allet kommt aus der Rejon.“

Der Designpreis, ausgelobt durch das Brandenburgische Wirtschaftsministerium, wird im Vorfeld der Designtage zum achten Mal vergeben. Knapp 200 Bewerbungen gingen in diesem Jahr ein. Aus diesen wählte eine zehnköpfige Jury 13 Ideen aus. Aber nicht nur der Preis ist spannend, vor allem die Designtage sind für Besucher interessant.

Anfänglich schüttelten viele Berliner noch den Kopf: Wozu braucht ein landwirtschaftlich geprägtes Land wie Brandenburg eine eigenständige Designmesse? Mittlerweile muss Katja Dietrich-Kröck von der Zukunftsagentur Brandenburg (nicht verwandt oder verschwägert mit Franz  Dietrich) kaum noch Überzeugungsarbeit leisten. Der Brandenburger Designpreis und die dazugehörigen Designtage haben sich etabliert. Und Möbelbauer wie Franz Dietrich schaffen den Durchbruch.

Rejon war ursprünglich das Thema seiner Abschlussarbeit an der Fachhochschule Potsdam in Design. Dietrich entwirft und verkauft nun mit seinem Partner

Franz Dietrich (links) und Jakob Blazejczak mit ihrem filigranen Systemregal Valter

Jakob Blazejczak Möbel, deren Materialien und Verarbeitungstechniken ausschließlich in der Umgebung vorzufinden sind. „Nach der Wende hat es einen Gründerboom im Handwerk gegeben“, sagt er. Diese Unternehmen könnten auch kleineren Auftraggebern gerecht werden.

Die Kreativwirtschaft in Brandenburg wächst. Rund 650 Unternehmen erwirtschaften mittlerweile einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro. Die Messe verschafft einen Überblick und bietet die Gelegenheit, Designprodukte aus Brandenburg zu kaufen. Produkte, die hohen Ansprüchen gerecht werden.

Die Messe zeigt aber nicht nur was Design ausmacht, sondern auch wie Design entsteht. Mehrere Workshops begleiten die Ausstellung. Besucher lernen beispielsweise wie aus Milchpackungen Portemonnaies werden oder was 3D-Drucker in Zukunft möglich machen. „Die Designmesse soll keine reine Fachmesse sein, sondern auch Laien gefallen“, sagt Katja Dietrich-Kröck. Überhaupt zeichne die Brandenburger Designszene eine gewisse Bodenhaftung aus. „Wer hier arbeitet, lässt sich nicht so schnell ablenken und hebt weniger ab“, sagt Franz Dietrich von Rejon. „Ich bin Potsdamer und möchte das auch bleiben“, sagt der junge Möbeldesigner.

Designtage Brandenburg vom 20.-24.11.
Öffnungszeiten Markt und Messe: Fr 17-20 Uhr, Sa 11-20 Uhr, So 10-19 Uhr
Schiffbauergasse, Potsdam
www.designtage-brandenburg.de

Rejon
Französische Str. 18, 14467 Potsdam

Brandenburger Design: www.kizuco.de