Kino

Breakdown in Tokyo

Tokyos Lichter bei Nacht – spätestens seit „Lost in Translation“ bilden sie eine beliebte Szenerie für tiefgehende Kurzzeitromanzen. Regisseur Lászlo (Zoltan Paul), der die Japan-Tour der Hardrockband seines Sohnes als Dokumentarfilm festhalten will, verguckt sich in die hübsche und knapp dreißig Jahre jüngere Tourmanagerin Nahoko (Tomoko Inoue). So weit, so Rock’n’Roll – wäre da nur nicht Emma (Clementina Hegewisch), seit knapp zehn Jahren Lászlos Lebensgefährtin, die dessen Late-Life-Eskapaden zunehmend skeptisch gegenüber steht. Kurzsichtig verstrickt sich Lászlo in Liebesversprechungen auf beiden Seiten und muss mit bitteren Konsequenzen rechnen – denn Emmas Geduld ist endlich und Nahokos Familie Yakuza-Methoden nicht abgeneigt.

Foto: Darling Berlin

Zoltan Pauls familiäre Tragikomödie verwebt geschickt das Dokumentar- und Spielfilmgenre. Kameras sind im Bild zu sehen, und Überschneidungen der Charaktere mit den dazugehörigen Schauspielern unterstützen die Vermischung der verschiedenen Ebenen. Zunehmend dreht sich der Plot jedoch um die Laster des Protagonisten, sodass die restlichen Figuren bald nur noch eine Staffage für den alternden Regisseur bilden.


D 2017, 88 Min., R: Zoltan Paul, D: Zoltan Paul, Julian Adam Pajzs, Tomoko Inoue, Start: 30.8.

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