Datenkrakentheater

Bubble Jam

Didaktisch hochnotpeinlich: Ein interaktives Handyspiel in Ko­pro­duktion des Grips Theaters mit dem Regiekollektiv Rimini Protokoll

Menschen, die auf Smartphones starren – Foto: David Baltzer / bildbuehne.de

Mehrfach an diesem Spiele-Morgen muss sich der wackere Assistent René Schubert entschuldigen, dass dieses Handy-Thea­tergame noch „eine Beta-Version“ sei, und da reagiert halt nicht alles so schnell oder so genau. Was allemal verwundert, weil „Bubble Jam“ von Daniel Wetzel ­(Rimini Protokoll) bereits 2017 in Athen herausgebracht und nun für Berlin adaptiert wurde. Da sollte es eigentlich ausgereift sein.

Aber auch inhaltlich wirkt vieles vorschnell rausgeworfen: Angeleitet vom Assistenten live im Raum und von Administratoren auf dem Handy (das vom Grips Theater für diese interaktive Performance bereitgestellt wird) beantworten wir Fragen nach unserem Online-Verhalten, raten im Wissensquiz wild rum und werden immer mal in Paare oder Grüppchen sortiert, um miteinander ins Gespräch zu kommen, uns anzustarren oder Texte zu verlesen.

Einer „Mission“ soll die ganze Spielehandlung auch folgen; sie tut aber nichts zur Sache. Am Schluss steht eine Ätschbätsch-Pointe, die nach wenigen Minuten schon zu erahnen war: Der Abend will uns (bzw. Schüler*innen ab 12 Jahren) für die unsichtbare Verwertung von Online-Daten sensibilisieren. Er tut es mit hochnotpeinlicher Didaktik. Weit unter dem Niveau, das man von Rimini Protokoll gewohnt ist. CHRISTIAN RAKOW

13.11., 11.30 Uhr, 14. + 15.11., 9 + 11.30 Uhr, Grips Podewil, Klosterstr. 68, Mitte. Regie: Daniel Wetzel; mit (alternierend) Jens Mondal­ski, Nina Reithmeier, René Schubert, Mathias Oster, Erik Veenstra. Eintritt 16, erm. 7–9 €, ab 12 Jahren