Kino

Camino a la Paz

Ein alter Peugeot von seinem Vater, das ist im Grunde alles, was Sebastian besitzt, ein nicht mehr ganz junger Mann in Buenos Aires. Er soll einen Mann namens Jalil nach La Paz bringen. Das ist eine Strecke von gut 3.000 Kilometern, einmal quer durch Südamerika. Da kommt es natürlich auch darauf an, dass man sich auf die Musik im Auto einigen kann.

Camino a la Paz

Auch wenn das nur ein kleiner ­Konflikt ist, steht er doch für die prinzipielle ­Mission dieses Films. Denn Jalil ist ein frommer Muslim (mit entsprechendem Musik­geschmack), Sebastian aber ist ziellos und kompensiert das mit harten Beats. Die so unterschiedlichen Männer finden in Francisco Varones Film zusammen, so weit das eben geht: Der gebrechliche Jalil nimmt de facto auch Sebastian auf eine große Reise mit.

Der Filmtitel deutet an, wohin die ­Reise tatsächlich geht: „Camino a la Paz“ heißt wörtlich auch Reise in den Frieden, ­gemeint ist wohl der Frieden, den man nur mit sich selbst schließen kann. Nebenbei macht Varone das Publikum auch mit der muslimischen Kultur in ­Lateinamerika vertraut. Ein Sufi-Abend wirkt beinahe schon dokumentarisch, insgesamt aber ist Sebastian ein etwas zu farbloser Held, und Jalil zu klar auf mystische Autorität gepolt, sodass der Weg zum „Frieden“ ein wenig zu deutlich vorprogrammiert ist.

ARG 2016, 86 Min., R: Francisco Varone, D: Rodrigo de la Serna, Ernesto Suárez, Elisa Carricajo, Start: 7.6.

Camino a La Paz