Der Test

Carsharing statt Privat-Wagen

Foto: Car 2 Go / Screenshot

Was gibt’s zu sharen?

Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) will, „dass die Menschen ihr Auto abschaffen“. Habe ich schon getan. Vor zwei Jahren. Berlin wird gerade zum ­umkämpftesten Carsharingmarkt. Drive-Now (BMW) und Car2go (Daimler) ­gehen zusammen, Sixt bringt Sixt Share an den Start, ein Luxem­burger Startup ist mit Oply dabei. Ich nutze meist Drive-Now.

Was kann da so alles schief gehen?

Beachtlich viel. Einmal die Woche hole ich meine Tochter und eine Freundin vom Training ab. Da darf beim Carsharing nichts schiefgehen. Aber Murphys Gesetz greift. Irgendwas ist ­dauernd. Eine Woche: App offeriert Auto „Gabriele“. Die ­heißen bei Drive-Now alle so lustig. Ich will reservieren. Die App ­mosert: falsche Kreditkarteninfo. Letztens ging die noch. Rätsel. 

Zwei Wochen darauf: App zeigt freien Wagen „Christy“ an. Ich eile hin. Christy öffnet sich nicht. App meldet: Störung. Ich ­renne zur Straßenbahn. App behauptet: Sie funzt wieder. Ich haste zu Christy zurück. App: neue Fehlermeldung. Ich tobe, trete gegen einen Mülleimer, telefoniere. Ein andere Vater bringt die Mädchen heim. In seinem Auto. Ein Privatwagen. Keine Ahnung, wie der heißt. Wenn das Frau Günther erfährt. 

Nächste Woche: App zeigt direkt vor meiner Haustür ein Auto an. Ich suche Perla. Finde Perla nicht. Starre aufs Handy. Ach was. Perla steht in der Tiefgarage nebenan. Wer zum … Ich ­renne zum nächsten Wagen. Name vergessen. Die Zeit verrinnt. Tür auf. Startknopf. Der Motor springt nicht an. Ich starre auf den Knopf wie ein Irrer. Steige aus. Steige nochmal ein. Neuer Mietvorgang. Start. Wieder nichts. Hoffentlich hört draußen niemand meine Wutschreie. Die beiden Mieten, die mir Drive-Now später abbucht, hole ich mir zurück. Da, drittes Auto. Name ist mir scheißegal. Ich komme 20 Minuten zu spät. Meine Tochter guckt mich an, als wäre ich eine Mathearbeit.

Wie geht’s weiter?

Ich bleibe aber dabei. Beim Leben ohne eigenes Auto. Mit Carsharing. Das wird schon noch. Muss ja.