Kunst

Mönch am Meer in 3D

Alles in 3D : In der Alten Nationalgalerie lässt sich Caspar David Friedrichs berühmtes Bild nun auch virtuell sehen – unserer Autorin hat’s sogar gefallen

Wie kann ein Museumsteam ­technische Innovationen nutzen und gleichzeitig den Werken Alter Meister gerecht ­werden? Und wie schafft es im virtuellen Raum für Besucherinnen einen Mehrwert? So lauten Fragen, die sich die Mitarbeiterinnen der Alten Nationalgalerie an der Museums­insel gestellt haben.

© Andres Kilger/ Nationalgalerie/ SMB
Wir sehen nicht, was diese junge Dame sieht, aber das steht ja im Text
© Andres Kilger/ Nationalgalerie/ SMB


In einer Kooperation mit Arte und der ­Gebrüder Beetz Filmproduktion haben sie nun ein Experiment gestartet: Mit ­einer VR-Brille können Besucherinnen erstmals in Caspar David Friedrichs Gemälde „Der Mönch am Meer“ eintauchen, ganz in 3D. Dabei entdecken sie eine Bildebene, die sonst verborgen bleibt. Zu Beginn des Erlebnisses hat die virtuelle Landschaft kaum Ähnlichkeit mit dem Gemälde, das man kennt. Unter der Brille lassen sich ein schemenhafter Strand mit kreischenden Möwen sehen und hören, am Horizont tauchen Schiffe auf, eine Stimme liest auto­biografische Aussagen des Künstlers vor.

Auch dem Mönch begegnet man in der Kulisse, dieses Mal lebensgroß. Die Szene zeigt die Unterzeichnung, die Friedrich ursprünglich angelegt hatte. In einem weiteren Schritt übermalen die Besucherinnen durch Bewegungen im Raum das Bild und können so auf faszinierende Weise dem Schaffensprozess nachspüren. Nach dieser Erfahrung sieht man das Original, das im dritten Stock hängt, mit anderen Augen.

Meret Eikenroth

Bis 30.6.: Alte Nationalgalerie, Bodestr. 1–3, Mitte, Di–So 10–18, Do bis 20 Uhr, 10/5 €, bis 18 J. frei