Berliner Galerien

Charlotte Posenenske

Zwei neue Räume in Charlottenburg unterhält die aus Mitte zugezogene Galerie Mehdi Chouakri. In beiden steht die Minimalkünstlerin Charlotte Posenenske (1930–1985) im Mittelpunkt. Am Fasanenplatz sind Rekonstruktionen von Raumskulpturen aus dem Jahr 1967 zu sehen, die die Schülerin von Willi Baumeister aus Aluminium und Stahlblech entwickelte. Die serielle, reduzierte Form faszinierte Posenenske, weil sie mit dieser Standardisierung eine möglichst große Objektivität gegenüber einem künstlerischen Werk gegeben sah.

Patxi Bergé / Courtesy The Estate of Charlotte Posenenske und Mehdi Chouakri, Berlin
Ausstellungsansicht: Charlotte Posenenske, „1967“, Mehdi Chouakri Fasanenplatz, Berlin Foto: Patxi Bergé / Courtesy The Estate of Charlotte Posenenske und Mehdi Chouakri, Berlin

Eine Künstlerin, zwei Ausstellungsteile

Etwas anders verhält es sich in dem zweiten Teil der Ausstellung in der Mommsenstraße mit Posenenskes Entwurfsskizzen für die Wandgestaltung einer Schule bei Frankfurt am Main. Diese Zeichnungen sind ebenfalls abstrakt und reduziert – und doch anders, denn Posanenske hat hier Schul­fächer wie Musik und Mathematik in Grafik, Geometrie und Form umgesetzt. Leider sind nur die Entwürfe dieser Kompositionen erhalten. Statt der konstruktivistischen Kunst grinst jetzt der Hai aus dem Film „Findet Nemo“ von der Schulwand.
Charlotte Posenenske war zuletzt weniger bekannt. Zu Lebzeiten stellte sie zusammen mit Hanne Darboven, Imi Knoebel und Peter Roehr aus. Und 2007 war sie, posthum, Documenta-­Teilnehmerin. Seitdem wird ihr Werk wieder öfter gezeigt. 

Bis 17.6.: Galerie Mehdi Chouakri, Bleibtreu­str. 41/ Eingang Mommsenstr. und Fasanenstr. 61, Charlottenburg, Di–Sa 11–18 Uhr

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